Über allen Gipfeln
Alles wegen einer Ananas: Weil der vom Hunger geplagte Severin beim Überfall auf ein
Lebensmittelgeschäft nicht nach Brot oder Schinken, sondern nach der verlockenden Südfrucht greift, kommt ein zunehmend aberwitziges Geschehen in Gang. Nach drei Akten, vielen Bildern und mancher abrupten Schicksalswende liegen sich der Räuber und sein Verfolger, Landgendarm Olim, frierend und mittellos in den Armen, um sich im Silbersee zu ertränken.
Aber wundersamerweise hat das stehende Gewässer Mitleid, friert zu und erlaubt den beiden eine harmonieumwölkte Flucht in ein besseres Leben, ohne dass genauer gesagt werden könnte, wo oder wie es zu finden sei.
Georg Kaisers sprunghaftes Spätwerk «Der Silbersee» rührt zusammen, was nur selten
zusammen passt: Operette und Sozialdrama, starken Plot und schwache Auflösung, O-Mensch-Pathos und Parodie, auswegloses Elend und absurde Hoffnung. Die dramatische Verzweiflungstat eines aus der Zeit gefallenen Stückeschreibers, der sich in der Zusammenarbeit mit dem jungen Erfolgskomponisten Kurt Weill in eine ähnlich diffuse Hoffnung gestürzt haben mag wie seine beiden Protagonisten.
In Hannover hat sich Schauspielintendant Lars-Ole Walburg des gnädig ...
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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Franz Wille
Theater heuteWir haben lange überlegt, von welcher Seite aus man die diesjährige Theatertreffenauswahl in die Mangel nehmen könnte, aber die Sache ist verdammt wasserdicht: 30 Prozent Frauenquote, 10 Prozent Türken, 30 Prozent Freie Szene, 30 Prozent neue Stücke, zweimal Osten, vier neue Gesichter. Da kann keiner meckern!
Vasco BoenischJa, es ist das Jahr der...
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