Ende und Anfang der Arbeit
Das Ende der Arbeit beginnt dort, wo die menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt wird.
Auch in Rinkes neuem Stück aus der Welt der Arbeitslosen gibt es dieses klassische Modell einer technischen Innovation, die menschliche Arbeit überflüssig macht: Der Nummernautomat in Rinkes Arbeitsamt wird umgerüstet zu einer Voicemailbox, die im Laufe der Zeit auch die Aufgaben der Jobvermittlung übernimmt – man tippt seine Bearbeitungsnummer ein und die freundliche Stimme einer bekannten Fernsehmoderatorin bietet Gelegenheitsarbeiten an, bis auch diese ausbleiben und nur noch ein Umherirren im Mail-Labyrinth zwischen «Umschulung» und «Frühpension» möglich ist. Es ist schon bitter, dass unsere Realität diesen Einfall Rinkes nicht besonders abwegig erscheinen lässt.
Die alten Arbeitsämter, abgelöst durch Jobcenter, die wie Waschsalons 24 Stunden, auch sonn- und feiertags geöffnet sind, nur die Vermittler und vor allem die Stellenangebote bleiben aus. Wer mit dem Teufel namens «Ökonomischer Zeitgeist» isst, muss lange Löffel haben: Folgerichtig fällt bei Rinke der Leiter des Amtes seiner eigenen Idee der digitalisierten Betreuung zum Opfer und wird ins Heer der Arbeitsuchenden ...
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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 160
von Rita Thiele
39 Kritiker haben ihren geballten Sachverstand angestrengt, die Saison vorm unbestechlichen inneren Auge Revue passieren lassen und unter Qualen, wie immer unfehlbar und selbstlos, entschieden: die Spitzenleistungen der Spielzeit, die Achttausender der Bühne!
Der Wärmetod, dem nicht nur laut Lukas Bärfuss unser Universum unvermeidlich entgegensteuert, erscheint an diesem Zürcher Sommertag geradezu greifbar. Das Thermometer zeigt satte 38°C an, kein Lüftchen weht, und selbst im schattigen Hof des Schweizer Landesmuseums steht den Servicekräften, die gemächlich eine Armada von Champagnergläsern nachpolieren, der Schweiß...
Was muss passieren, damit sich eine Mehrheit von unterscheidungssüchtigen Kritikern auf eine Schauspielerin, einen Schauspieler als ihren Favoriten der Spielzeit einigt: das richtige Stück zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit den richtigen Partnern?
Wahrscheinlich ist es viel einfacher, wahrscheinlich liegt es einfach an Wiebke Puls und Ulrich Matthes!
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