Weimar: Groteske Geister

Shakespeare «Macbeth»

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Verschreckt treten sie auf die Bühne, die Schauspielerinnen und Schauspieler in ihren schaumstoffgefüllten Fatsuits mit den angehefteten Geschlechtsorganen. Ein Hofstaat zum Abgewöhnen: übergewichtig und uniform; Monster, zu allem bereit. Mit an Bord sind für diesen «Mac­beth» in Weimar Corinna Harfouch und Susanne Wolff, die sich Titelrolle und Lady Mac­beth teilen. Die Kostüme von Lane Schäfer erinnern von Anbeginn eher an «König Ubu» denn «Macbeth».

Dazu hat Julia Oschatz einen nicht minder beeindruckenden Bühnenraum geschaffen: eine Art aufgeschnittenes Haus mit Küche, Keller, großem Audienzsaal und Dach, alles gemalt mit zahlreichen tiefen Perspektiven wie in einem liebevoll, aber doch düster illustrierten Bilderbuch. Das Bläserquintett der Staatskapelle Weimar (in Skelettkostümen) unter der musikalischen Leitung von Jens Dohle und unterstützt von Steffen Illner, die beide auch sonst mit Orgel und Gitarre einiges beisteuern, vollenden das Gesamtkunstwerk, dem es nicht an Wille zur Größe mangelt.

Regisseur Christian Weise hat also einige Mittel zur Hand, um die Geschichte von Macht und Mord auf die große Bühne zu werfen. Harfouch und Wolff, die unter den monströsen ...

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Theater heute Oktober 2018
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Torben Ibs

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