Unsere gespaltene Persönlichkeit
Das Brexit-Referendum dräut. Seit im Februar der Startschuss der «Remain»- und der «Leave»-Kampagne fiel, ist die schlammschlachtlastige Debatte immer mehr auf die Themen Wirtschaft versus Immigration zusammengeschmolzen. Die Politiker melden sich täglich zu Wort. Die Kunst- und Theaterszene kaum. Als Schauspielerin Emma Thompson äußerte, sie fände es «nicht nachvollziehbar, falls Großbritannien die EU verließe», briet ihr Tory-Parlamentarier Stewart Jackson gleich eins über und nannte sie «an overpaid, leftie luvvie» («überbezahlte linke Möchtegernschauspielerin»).
Charmant ist anders. Doch wenn man nachfragt, gibt es unter Londoner Theatermachern die leise Präferenz, in der EU zu bleiben.
Dennis Kelly, jetzt nicht mehr nur Theater-, sondern auch Film- und Fernsehautor, beschreibt sich sogar als passionierten Pro-Europäer. «Wie scheel mein Land auf Europa guckt, ist mir peinlich. Das ist uninformiert, kurzsichtig und zeigt einen schändlichen Mangel an Solidarität. Dieses Kleinstaatendenken in einer Zeit, in der unsere Probleme so offensichtlich global sind und so offensichtlich globale Lösungen brauchen, deprimiert mich. Großbritannien hat in Europa eine wichtige Rolle, und ...
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Theater heute Juni 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Patricia Benecke
1938 vollendet Brecht in Skowsbostrand im dänischen Exil die erste Fassung seines «Galilei», die – schon 1939 leicht überarbeitet – der Uraufführung des Dramas 1943 in Zürich zugrunde lag. Die spätere Konzentration auf die zentrale Gestalt ist zunächst weniger ausgeprägt: Die erste Niederschrift trägt noch den Titel «Die Erde bewegt sich». In den USA entsteht 1944...
Manche Deutsche haben einen eigenartigen Humor, der sehr ironisch sein kann», warnt das kleine, blaue Buch, aus dem der Schauspieler Khalifa Natour vorliest. «Im Zweifelsfall lieber nachfragen, wie etwas gemeint ist. Andere wirken so, als hätten sie überhaupt keinen Humor.»
Was im Studio der Schaubühne am Lehniner Platz große Erheiterung beim Publikum auslöst, ist...
Plappern Pizzaschachteln plötzlich los, ist man unter Umständen in einem Theatertext des Schweizer Autors Lukas Linder. In Bonn jedenfalls ist das so. Dort spricht ein gewisser Franz aus einer Verpackungspappe, was eine gewisse Nelly dann doch ziemlich überrascht. Die Stimme aus dem Karton ist die ihres Zwillingsbruders. Komisch, gibt es den überhaupt noch? Ist der...
