Die Doku-Frage

Der O-Ton auf dem Vormarsch: Beim Hörspielpreis der Kriegsblinden 2006 dominieren neue Formen

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Auch im Hörspiel sind neue Formen von Dokumentarstücken auf dem Vormarsch. Sie bedienen sich echter und nachgestellter O-Töne, spielen mit dem dokumentarischen Material in Formen des Rundfunk-Features und der Reportage, scheuen aber auch nicht vor dem Ausfüllen von Leerstellen einer wahren Geschichte mit spannend gemachten Kolportage-Elementen zurück, die im Grenzbereich zur Fiktion balancieren. Vor allem aber dient das Authentische dem Künstlerischen der Gattung Hörspiel: Autor und Regisseur sind eher erfindungsreiche Gestalter ihres Materials als Diener der vorgefundenen Wirklichkeit.

 

Text, nicht Rollen

Rund ein Drittel der insgesamt 22 Einreichungen und Vorschläge der ARD-Rundfunkstationen (sowie, erstmals dabei, des ORF und des Schweizer Radio DRS 2) lässt sich dieser Richtung zuordnen und zeigt zugleich deren Spannweite. So basiert «Exit» von Michael Lentz auf Tonbandinterviews mit Konrad Kellen, dem Privatsekretär Thomas Manns im kalifornischen Exil, den Lentz anlässlich der Herausgabe von Kellens Autobiographie besucht und befragt hat. Das Hörstück gibt nicht nur diese Gespräche wieder, sondern Lentz reagiert im Studio als Herausgeber dieser Aufnahmen mit Kommentaren und ...

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Theater heute Mai 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 65
von Thomas Irmer

Vergriffen
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