Tracy Letts; Foto: picture alliance/dpa

Höhen, Tiefen, Zwischentöne

Tracy Letts: «Eine Frau (Mary Page Marlowe)»

Theater heute - Logo

Wenn Sie jemandem die Geschichte Ihres Lebens erzählen wollten, welche Szenen würden Sie auswählen? Und in welcher Reihenfolge würden Sie sie erzählen? Wann gilt ein Leben als gelungen, wann als gescheitert?

Tracy Letts, der US-amerikanische Schauspieler, Regisseur und Dramatiker, hat anlässlich des Todes seiner Mutter einen filigranen Text geschrieben – der natürlich nicht von seiner Mutter handelt. Ihr Tod war für Letts nur der Anlass, über das Leben an sich und dessen Flüchtigkeit nachzudenken.

Entstanden ist ein feingewebtes biografisches Geflecht, eine Hommage an das Leben, egal wie spektakulär, gewöhnlich, tragisch, aufregend oder trostlos es verläuft. Immer bleibt es einzigartig, unwiederholbar, vergänglich und vollendet sich im Tod. In elf Szenen, die zeitlich vor- und zurückspringen, entfaltet Tracy Letts die in ihrer Normalität zutiefst bewegende Geschichte über die Höhenflüge und Katastrophen sowie die vielfältigen Zwischentöne im Leben einer Frau namens Mary Page Marlowe, von ihrer Kindheit bis zum Alter von neunundsechzig Jahren. Ein Leben, das auch mal komplett aus den Fugen gerät, schwerwiegende Risse erhält, aus fragmentarischen Erinnerungen besteht und genau darin ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 170
von Sibylle Baschung

Weitere Beiträge
Ödipus Trump

Achtung, hier kommt der neue König!» Der Sieger, der Vorkämpfer, der Anführer, der Gewinner, der Vater, der Erlöser, der Gott: Viele Namen trägt der gerade erwählte König, doch wie er wirklich heißt, wird nie direkt ausgesprochen: Donald J. Trump ist Anlass, aber nicht Essenz des neuen Stücks von Elfriede Jelinek. Sie stellt sich grundsätzlichere Fragen wie: Auf...

Konstantin Küspert: alle menschen sind idealisten

der ideale staat ist kein staat, also keine gesellschaftsordnung, bei der einer bestimmten gruppe eine privilegierte stellung zukommt; sondern eine gemeinschaft gleichberechtigter idealisten ohne hierarchien und herrschaft.

die gesellschaft

alle menschen sind sich der abhängigkeit voneinander und von einer funktionierenden umwelt bewusst. um das zu erreichen, ist...

Der große Abschied

In ihrer perfekt inszenierten Abschiedsspielzeit hat die Berliner Volksbühne bei den 46 Kritikern unserer diesjährigen Hitparade noch einmal nachhaltig Eindruck gemacht. Mit 18 Stimmen und damit von einem guten Drittel der Befragten gekürt, wird das Haus am Rosa-Luxemburg-Platz 2017 Theater des Jahres – zum dritten Mal insgesamt nach 1993 und 2016 (zusammen mit dem...