Der Ernst der Lage

Düsseldorf Schauspielhaus: Oscar Wilde «Bunbury»

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Meinen sie das wirklich ernst? «Den jungen Regisseur Sarantos Zervoulakos», ist auf der Website des Düsseldorfer Schauspielhauses zu lesen, «reizt es zu überprüfen, ob man heutzutage noch eine Landpartie unter falschem Namen unternehmen muss, um ein Anderer zu sein.»

Nun. Man muss sich ja nicht gleich einen martialischen Avatar erfinden, um als tapferer Krieger durch künstliche Computerwelten zu fegen, während man eigentlich mehr so der Typ Couchpotato ist.

Es reicht ja schon, wie auf Partnervermittlungsportalen an Steckbriefen gefeilt wird, um mit attraktiverem Alter Ego auf die Pirsch zu gehen. Kommunikation im digitalen Zeitalter beginnt damit, dass permanent irgendwo «Profile» angelegt und die eigene Vita oder Timeline designt werden müssen. Du bist, wer du sein willst. Und wer du vorgibst zu sein.

Während sich unsere Welt also zu einem Tum­melplatz multipler virtueller Persönlichkeiten entwickelt, entdecken die Theater Oscar Wildes «Bunbury oder Ernst sein ist wichtig» wieder: das Über-Eck-Spiel zweier Lebemänner, die auf die Klarnamen John und Algernon hören, sich aber unter ihren Zweitidentitäten Bunbury und Ernst wahlweise auf dem Land oder in der Stadt amüsieren. Der Witz ...

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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Vasco Boenisch

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