Ein Fall für Zweifler
Am liebsten würde Wachtmeister Studer sich vor diesem Fall drücken. Zwei Vermisste in der Psychiatrie Randlingen, ein Patient, dazu der Herr Direktor persönlich, das riecht nach befremdlichen Begegnungen, verzwickten Vernehmungen, unangenehmen Überraschungen. Und sein Riecher hat Studer noch selten getrogen.
Also zaudert der Fahnder. Michael Neuenschwander, der Friedrich Glausers rand- und bodenständigen Krimiserienhelden im Zürcher Schauspielhaus unterm Hotzenplotzbart hervorwuchern lässt, duckt sich unschlüssig vom Foyer aus ins Parkett.
Dass es ihn dann doch durchs blendend weiße Bühnenportal hinauf an den Tatort zieht, liegt an den Anstaltsinsassen, die den Wachtmeister im Chor anlocken wie die Hexe den Hänsel, allerdings mit einem Frühstücksei. Das Ei fliegt durch die Luft, der Studer fängts reflexhaft auf, schon ist er drin, im Fall und im Reich des nackten Unbewussten, wo laut Stück- und Romantitel «Matto regiert». «Matto», so viel weiß der Studer vorab, nennen die Italiener ihre Irren.
Ermittlungen ins Leere
Sebastian Nübling hat Glausers zweites Wachtmeister-Studer-Buch von 1936 in einen Tagtraum von einem Theaterstück verwandelt. Es handelt sich um eine untypische ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Stephan Reuter
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