Einzelkämpferinnen an zwei Fronten
Theater heuteFangen wir mit den Zahlen an: Von 124 Intendanten in Deutschland sind 19 Frauen, das entspricht 15,32 Prozent. 29 Prozent der Regisseure sind Frauen, nur beim Mittel- und Unterbau ist der statistische Gleichstand erreicht: 48,5 Prozent der Dramaturgen sind weiblich und 50,6 Prozent der Regie-Assistenz. Guckt man auf eine längere Strecke, nämlich auf 46 Jahre Theatertreffen, kommt man auf Zahlen, die zeigen, wie langsam der Prozess ist. Denn von den 472 zum TT eingeladenen Inszenierungen von 1964 bis 2010 waren ganze 34 von Frauen inszeniert, und die erste Frau kam erst 1980.
Aber auch in den letzten 10 Jahren waren es nicht mehr als elf von 100 eingeladenen Inszenierungen, die von Regisseurinnen stammten. So viel zur Zahlenlage, die von größerer Durchlässigkeit, aber noch keineswegs von Gleichstand spricht. Die hier am Tisch versammelten Theaterfrauen sind in den 60er und 70er Jahren geboren. Hat es für Ihre Berufsbiografie irgendeine Rolle gespielt, dass Sie Frauen sind?
Ilia PapatheodorouWir sind ja ein Frauenkollektiv, seit 1998, das jetzt auch eine männliche Schwester hat, Sebastian Bark. Was unsere Identität nur kurz gestört hat, dann haben wir ihn vereinnahmt. ...
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Theater heute März 2011
Rubrik: Frauen im Theater, Seite 6
von
Wir behaupten jetzt einfach mal, dieser März sei nicht nur der Monat der Frauen, sondern auch des Rock’n’Roll. Beweise gefällig? Am Leipziger Centraltheater treten gleich zwei alte Haudegen an: Jürgen Kruse forscht mit «Looking for Easy Rider» nach der bedröhnten Gesellschaft, Michael Schweighöfer, gerade noch in Aki Kaurismäkis «Mann ohne Vergangenheit» auf der...
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