Christoph Schlingensief: Wunderbar!
Da hatte ja einer jetzt eine ganz tolle Idee, zumindest fürs Theater. Herr Kehlmann hat gesagt: Alle Klassiker nur noch einmal inszenieren, und zwar richtig geradeaus, so wie es da steht. Zum Beispiel Hamlet: Stuhl, Totenkopf, Ophelia im Wasser, gucken, sprechen, fertig. In die Box, Siegel drauf und ab durch Deutschland. Die Leute sehen überall dasselbe und können sich auch endlich über dasselbe unterhalten. Wunderbar. Da würde man den Kritikern auch einen Gefallen tun.
Die müssen nicht mehr hektisch von hier nach da reisen, Flieger fast verpasst, schlechte Inszenierung, Sekt verschüttet – oder auch gute Inszenierung, die den Kritiker aber zu sehr an Wien oder Berlin oder was auch immer erinnert. Ich meine, da wird man ja verrückt. Man hat’s ausgerechnet: Statistisch gesehen muss ein Kritiker in einem gewöhnlichen Kritikerleben 120 Mal den Hamlet angucken. Was soll denn in diesem Kopf noch stattfinden? Was soll überhaupt noch in diesem Menschen stattfinden? Das muss doch zum Kotzen sein, da immer drin zu sitzen und sich zu fragen, ja, wie haben wir’s denn diesmal gemacht? Hamlet als Frau? Oder die Schauspieler echte Neonazis, wie bei mir damals in Zürich? Oder als Hausfrauenchor? ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Christoph Schlingensief
TH Andres Veiel, Sie haben Susanne Lothar in Ihrem ersten Spielfilm «Wer wenn nicht wir» als Ilse Ensslin, die Mutter von Gudrun Ensslin, besetzt. War das Ihre erste Begegnung? Wie und warum kam es zu dieser Besetzung?
Andres Veiel Vorgeschlagen hatte sie meine Casterin Simone Bär. Suse Lothar selbst war erst mal zögerlich. Sie sagte, sie schätzt meine Arbeit – sie...
Ein hochsommerlicher Mittwochabend in Barcelona. Die Temperaturen haben sich gerade so auf unter 30 Grad Celsius abgekühlt, und im Sala Beckett, einem kleinen Haus für zeitgenössisches Theater im alternativ geprägten Stadtteil Gràcia, steht «El Principi d’Arquimedes» (Das Archimedes-Prinzip) auf dem Programm, ein Stück des Nachwuchsautors Josep Maria Miró i...
Aachen, Grenzlandtheater
28. Ibsen-Bille, Ohne Gesicht
R. Jens Pesel
Aalen, Theater der Stadt
6. Süskind, Der Kontrabass
R. Jürgen Bosse
Altenburg/Gera, TPT
12. Horváth, Kasimir und Karoline
R. Bernhard Stengele (in Gera)
18. Reza, Kunst
R. Anne Keßler (in Altenburg)
27. Tabori, Mein Kampf
R. Deborah Epstein (in Gera)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
14. Schiller, Die...
