Wuppen gilt nicht
Ich muss Frank Kroll Recht geben – mit einer Ausnahme: der waghalsigen «These», Autoren subventionierten Theater. Ein Stückauftrag wird üblicherweise mit ca. 7.500 Euro plus Tantiemen bei garantierter Vorstellungszahl entlohnt; ich überlasse jedem nachzurechnen, wie lange sie oder er bei welcher Wochenstundenzahl dafür arbeiten muss.
Ansonsten hat er Recht: Die vielerorts von großem Enthusiasmus gespeiste Autorenförderung ist in die Jahre gekommen, und aus der Innovation von einst ist ein Selbst- oder gar Irrläufer geworden.
Es fördert Autoren nicht, wenn sie bloß präsentiert, will sagen: vorgestellt werden, wenn Präsentationen ihrer Stücktexte hastig zusammengeschustert sind oder von einem Adrenalin schwitzenden Ensemble geschultert werden. Die nicht selten in einer Woche gewuppten Inszenierungen sind zu oft Bewährungsproben für den Regienachwuchs und bieten häufig Anlass für falsche Hoffnungen bei Autorinnen und Autoren, deren (noch) schwache Texte wie von Wunderhand spielbar wurden. Wuppen bringt nichts, jedenfalls keine besseren Stücke!
Zu viele Autorenprojekte halten einen «Markt» auf Trab, bringen aber nur mehr Namen ins Spiel – eine Uraufführung darf nicht zum ...
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