Krankheit mit Kalkül

Lars von Trier «Idioten»

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Eine spielt hübsch versonnen auf ihrem Xylophon, eine andere hat sich Klamotten in die Klamotten gestopft und hüpft wie ein verbeulter Teddybär über die Bühne. Einer im Anzug bekommt einen leichten epileptischen Anfall. Jemand versucht, einen Mohrenkopf in den Mund zu bugsieren, trifft aber die Stirn. Ein Panoptikum geistig Behinderter, Autisten, Spastiker. Doch irgendwas stimmt nicht damit, wie die Dinge nicht stimmen. Irgendwas ist nicht normal an dieser Anomalität. Das kommt so wenig von innen heraus, das sendet so weit. Das will so sehr gefallen.

Das arbeitet so angestrengt, das ist so viel Schauspiel.

Andreas Kriegenburgs Versuch, Lars von Triers Film «Idioten» auf die Studiobühne Schmidtstraße des Frankfurter Schauspiels zu bringen, trifft von Anfang an falsche Töne. Die Suche nach dem «inneren Idioten», von dem immer wieder die Rede ist, gibt es hier nicht. Hier gibt es nur äußerliche Idioten. Effekt und Distanz.

Natürlich ist es auch in von Triers Film eine künstliche Authentizität, die uns in ihren Bann zieht. Ein Trick. Aber mit seiner vorgeblichen Spontaneität, mit seiner technischen Nacktheit erzeugte «Idioten» mehr als die anderen Dogma-Filme eine tiefe Irritation. Je ...

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Theater heute Februar 2005
Rubrik: Chronik, Seite 41
von Florian Malzacher

Vergriffen
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