Innige Sünder, edle Prinzipienreiter

Berlin: Ibsen «Rosmersholm» (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz), Ayn Rand «Capitalista, Baby!» (Kammerspiele Deutsches Theater).

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«Rosmersholm» wird auf ewig mit einem endlos bunten Strickschal verknüpft bleiben. Dieses bedeutsame Requisit, an dessen offenem Ende die Rebekka West von Angela Winkler während der ganzen Aufführung emsig weiterstrickte, stand im Zentrum von Peter Zadeks bis zur Zermürbung betulicher Ibsen-Inszenierung 2001. Und jetzt, zehn Jahre später auf der Volksbühne: wieder ein Strickschal! Aller­dings eierschalfarben und, wie sich herausstellt, völlig verwaist auf einem Sessel in Rampennähe endgelagert.

Eine Verbeugung vor dem toten Meister?

Zur Erinnerung: Der Thrill der Zadek-Inszenierung bestand vor allem im fortgeschrittenen Alter der Schauspieler. Der damals 60-jährige Gert Voss und die kaum jüngere Angela Winkler bildeten das ergraute Liebesduo, dessen mörderische Rücksichtslosigkeit ge­radezu frivol wirkte. Verglichen damit ist es ­Leander Haußmann, der sich nach längerer Theaterabstinenz über «Rosmersholm» beugt, mit Ibsens Psychokrimi bitter ernst. Einerseits will er die Liebe zwischen dem frisch verwitweten Rosmer (Peter Lohmeyer) und der gebildeten Rebekka (Annika Kuhl) als rein und unbedingt darstellen: Leonard Cohen, der abgefuckte Romantiker, liefert dazu mit dem Erotiksäusler ...

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Theater heute November 2011
Rubrik: CHRONIK, Seite 48
von Eva Behrendt

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