Babelsberg goes Fliegerhorst

nach Jacques Prévert «Die Kinder des Olymp» (Staatstheater)

Theater heute - Logo

Nur das «L» fällt aus dem Rahmen. Und markiert ein wenig Ironie in der «Wahlheimat» – das Wort steht haushoch an der Ausweichspielstätte des Staatstheaters in Oldenburg, dessen Haupthaus mit der Großen Bühne gerade auf ein Jahr zur Runderneuerung freigegeben ist; auf der Suche nach Ersatz wurde das Theater auf dem örtlichen Fliegerhorst fündig. Auf nicht mehr genutzten Rollfeldern, Start- und Landebahnen hocken Bataillone von Krähen. So unwirklich ist Theater an diesem Ort, dass auch das frohgemute Wort von der »Wahlheimat» nichts hilft – fremd bleibt fremd.



Drin in Halle 10 hat Oldenburgs Staatstheater allerdings keine Mühe gescheut, um eine funktionierende Bühne ins postmilitärische Vakuum zu bauen. Klaus Schumacher, der Gast vom gefährlich schlingernden Hamburger Schauspielhaus-Schiff, nutzt sie geschickt – und erzählt die poetische Theater-Geschichte um die «Kinder des Olymp» konsequent als Film-Fabel, als eine Art Making-of einer zeitgenössischen Remake-Version von »Les Enfants du Paradis». Und das auf breitestmöglicher Breitwand – so wurden in den 60er Jahren Monumental-Schinken wie «Doktor Schiwago» dem Publikum vor Augen geführt. Schumachers Film-Set nimmt Breite und Tiefe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Michael Laages

Weitere Beiträge
Premieren im Januar

Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
    29.    Lewnisky, Ein ganz gewöhnlicher Jude
R. Uwe Brandt

Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
    13.    Schober, Clyde und Bonnie
R. Nora Mansmann
    14.    Soler, Gegen den Fortschritt
R. Teresa Rotemberg
    22.    Shakespeare, Viel Lärm um nichts
R. Christina Rast

Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 03447/585 161
Ka...

Aufführungen

Wenn die Nächte immer noch lang sind, verlässt man sich im Theater gerne aufs Vertraute. Der Kanon lädt ein, z.B. mit Tschechow, in dessen «Kirschgarten» sich in Köln Karin Henkel begibt, dessen «Möwe» in Dresden Burkhard C. Kosminski fliegen lässt und dessen «Drei Schwestern» in Oberhausen Peter Carp versorgt.

Gern gesehen auch Gerhart Hauptmann, in Berlin etwa,...

Mein geschenktes Leben

Über das Portal meines Theaters», sagte Tankred Dorst vor gut zehn Jahren, «würde ich schreiben: Wir sind nicht die Ärzte, wir sind der Schmerz.» Was ist es, das einen Menschen zum Schreiben bringt? Und wichtiger noch, dafür sorgt, dass er damit nicht aufhört? Über vierzig, fünfzig, sechzig Jahre seines Lebens? Wahrscheinlich ist keine Antwort auf diese Frage...