Aktion Mensch

Beim Malta Festival in Posen organisiert sich eine polnisch-südamerikanische «Empowerment»-Bewegung, und auch die Berliner Foreign Affairs nähern sich vorsichtig diesem Begriff an

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Wenn Angela Merkel heutzutage Königin Isabella die Katholische ist und Barack Obama König Ferdinand», überlegt der Autor und Regisseur Rodrigo Garcia im Programmbuch des polnischen Theaterfestivals Malta, «dann sind unsere Kuratoren und Experten auf dem Gebiet der Kunst eine spezialisierte Armee im Dienst der Monarchen des Marktes auf der Mission, künstlerische Raritäten in fernen Ländern aufzuspüren und diese ‹Wunder› auf dem alten Kontinent bekannt zu machen.

Europa kann seine kläglichen und bevormundenden Eingriffe nicht lassen: Es denkt, es kann lateinamerikanische Künstler wie exotische Früchte, Edelsteine oder außergewöhnliche Vögel entdecken.»

Mit seinem Statement zum Schwerpunkt «Lateinamerika: Mestizen» vermittelt der 1964 in Buenos Aires geborene und seit 1986 in Madrid lebende Rodrigo Garcia recht eindrücklich, dass er die Rolle des diesjähri­gen Festival-Kurators nicht ohne (persönliche) Ambivalenzen übernommen hat. Auf eine knappe Textseite konzentrieren sich sein tiefes Unbehagen, aber auch die Paradoxien, die das Rezeptions-Dilemma des voyeu­ristischen Festivalblicks auf «das Fremde» zeitigt. In kritischer Absicht und polemischer Zuspitzung übersetzt Garcia die ...

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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 17
von Anja Quickert

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