Weiterwursteln!
Zum Glück gibt es den Hund. Titelheld, Referenzvieh, Kommentator. Bakunin heißt er, spricht wie ein Buch und ist somit in keinem Haustier-Klischee auch nur ansatzweise unterzubringen. In Dirk Lauckes (Anti-)Gentrifizierungsposse «Bakunin auf dem Rücksitz», von Sabine Auf der Heyde in den Kammerspielen des Deutschen Theaters uraufgeführt, ist der Hund des toten Jörg – Pflegefall, Alkohol-affin, Johnny-Cash-Verehrer –, der den Gashahn aufdrehte, als ihm die Kündigung in die Wohnküche flatterte, der Rettungsanker vor allzu viel Klischee und Sentiment.
Trocken, cool und sophisticated kommentiert Matthias Neukirchs dandyesker Köter mit der Leine um den Hals zum Nadelstreifenanzug mit interesselosem Wohlgefallen das interessengesteuerte Zusammentreffen diverser (Kreuzberger, Friedrichshainer) Kieztypen, die dem toten Jörg ihre Referenz erweisen. Allen voran Immobilienhai Steven (Moritz Grove, von höchst zweckdienlicher äußerer Ähnlichkeit mit FDP-Lindner), der die heruntergekommene Bude einer schöneren, profitversprechenden Zukunft mit gutem Gewissen zuführen will: als «Car Loft» mit Balkon-Abstellfläche fürs strom-getriebene Auto. Passenderweise liiert mit der eher grünen ...
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Das Unbehagen in der Kultur» ist anscheinend Privileg derer, die für Kultur verantwortlich sind. Schon Sigmund Freud zog 1930 ein kritisches Resümee der Moderne und ihrer Errungenschaften, zu denen auch die Psychoanalyse zählt: So sehr der Mensch sein Triebleben zugunsten der Beherrschung der Natur auf Eis gelegt habe, die Aggression verschwinde so nicht aus der...
Sexuell gesehen, dürfte die Zukunft den Blattläusen gehören. Die grünen Winzlinge sind da, wo die menschliche Evolution erst noch hin will. Bei der Jungfernzeugung (auf Expertendeutsch: Parthenogenese), einer freudlosen, aber effizienten Form der massenhaften Vermehrung, die praktischerweise ohne Befruchtung auskommt. Sprich: ohne Männer.
In der...
