Papierhirsche und Papierziegel
Hund, Katze, Maus. Nein, falsch, ein Kind ist’s, das da – Punkt, Punkt, Komma, Strich – entsteht. Und eine Hose. Ein Fernseher. Ein König: den Kopf durch die Papierwand gesteckt und die Krone einfach drübergemalt. So ein König aber, der hat’s nicht leicht, ist einsam ohne Frau. Und alle anderen sind nur scharf auf seinen Job. Gut ist es da, wenn man ein paar Zaubertricks kann – um in einen anderen Menschen zu schlüpfen, beispielsweise.
Das wiederum klingt ja nun schon wieder sehr nach Theater: Das kann ja bekanntlich auch zaubern, Könige gibt es da zuhauf, und in andere Menschen wird geschlüpft, als wären es Klamotten. Und drum vergisst der bulgarische Regisseur Stefan Moskov gleich wieder, dass er eigentlich «König der Hirsche» von Carlo Gozzi inszenieren wollte und macht lieber ein Stück über die Lust am Theater, über die leidenschaftliche Freude am Spielen. Wie bei einem Zeichentrickfilm, in den immer wieder der Stift eingreift und so Verwirrung unter den beteiligten Figuren schafft, kann an diesem Abend alles entstehen, alles vergehen, im Nu. Was wäre besser geeignet, ein neu zusammengesetztes Ensemble vorzustellen, eine neue Spielstätte einzuweihen?
Unprätentiös und humorvoll ...
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