Unangenehme Wahrheiten
Cornelia Koppetschs «Die Gesellschaft des Zorns» ist nicht das erste Buch, das den Rechtspopulismus erklären will. Es vermisst detailreich die sozioökonomischen Veränderungen und den kulturellen Wertewandel, der in den letzten Jahrzehnten die westlichen liberalen Demokratien erfasst und zu den bekannten Konsequenzen geführt hat.
Auch Koppetsch findet in Globalisierung und Neoliberalismus den Brandbeschleuniger von Entwicklungen, die zur rasanten Zunahme von Ungleichheit, der Erosion von gesellschaftlichem Zusammenhalt, zu Illusionen von vergangener Ordnung, Fremdenfeindlichkeit und schließlich dem Erstarken der neuen Rechtsparteien geführt haben.
Der Umbruch von der fordistischen Industriemoderne zur hochindividualisierten Spätmoderne mit ihren Freiheitsgewinnen, aber auch Wettbewerbsverschärfungen, Kreativitätsimperativen und wachsenden Unsicherheiten hat zu einer neuen gesellschaftlichen Trennlinie geführt: Auf der einen Seite diejenigen, die zu den Gewinnern von Bildungsexpansion und Transnationalisierung gehören, den kosmopolitischen Eliten einer hochmobilen neuen Wissensökonomie, und auf der anderen Seite die bunte Allianz der Verlierer, die sich aus einem neuen ...
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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 44
von Franz Wille
Man ist versucht, in den sogenannten Reichsbürgern eine völkische Splittergruppe der rechtsnationalistischen Radikalisierung zu sehen, deren Anhänger sich auf ideologische Brandstifer der AfD berufen. Dass die verkapselten Neonazis dann doch in einer ganz eigenen Welt der Verschwörungstheorie, esoterischen Verschwurbelung und nationalistischen Isolierung leben,...
Lütten Klein ist eines dieser Rostocker Neubauviertel, deren Lage wir Innenstadtkinder bis weit in unsere Schulzeit hinein nie richtig zuordnen konnten. Irgendwo links oder rechts der Stadtautobahn Richtung Warnemünde. Wenn wir in den Jahren nach der Wende mit dem Fahrrad zum Strand nach Warnemünde fuhren, mussten wir zwischen den Plattenbauten von Lütten Klein...
Die heimlichen Helden des Abends sind die Saaldiener und -dienerinnen. Denn egal, was an diesem Abend auf der Bühne passiert, stets sind sie bereit, unerschrocken in den Zuschauerraum zu stürzen und ungehorsame Gäste zu ermahnen. Also die, die trotz ausdrücklichem Fotoverbot ihr Handy zücken. Schweigsam halten die fleißigen Helfer dann Tablets hoch, auf denen ein...
