Jenseits der Betroffenheit
Mathieu hätte gerne eine Freundin. Ein durchaus nachvollziehbarer und üblicherweise auch erfüllbarer Wunsch für einen jungen Mann. Doch so einfach ist das nicht in diesem Falle, denn Mathieu ist Zerebralparetiker. Die spastische Muskeltonusstörung fesselt ihn an den Rollstuhl, bereitet ihm Schwierigkeiten beim Sprechen und lässt seine Gliedmaßen unkontrolliert zucken.
Schon eine Prostituierte am Telefon zur Dienstleistung zu überreden, gestaltet sich für ihn als unmögliches Unterfangen.
Sein attraktiver Bruder Claude, mit dem er zusammenlebt, hat andere Probleme: Er ist trotz Diplom arbeitslos, fühlt sich gesellschaftlich blockiert und als Opfer geburtenstarker Jahrgänge. Der optimistische Pragmatismus seiner neuen Freundin Charlotte, die in einer Werbeagentur arbeitet, geht Claude bald auf den Wecker, doch Mathieu gefällt die Neue seines Bruders um so mehr. Als Charlotte bei den Brüdern einzieht, beginnt er um sie zu werben, und damit Claude sie nicht vor die Tür setzt, schlägt Mathieu seinem chronisch blanken Bruder vor, ihm sechs Monate die Miete zu bezahlen, wenn dieser ihr noch zwei Monate seine Liebe vorgaukelt. Diese Zeit will Mathieu nutzen, um Charlotte von sich zu ...
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Natürlich ist der «Neger» weiß. Erst ganz am Schluss kramt er doch noch das Creme-Tiegelchen hervor und schmiert sich zentimeterdick die schwarze Farbe auf den Leib und ins Gesicht. Mit küssender Gewalt hinterlässt Othello seine dunklen Spuren auf der weißen Unschuldshaut Desdemonas – wie bereits anno 1976 Ulrich Wildgruber als Zadeks Wilder. Der Mohr in Michael...
Mit dem Gerät zerkleinert der Jäger und Sammler zumeist Hühnchen. Der Kiefer ist schwach, das Handwerkzeug aber willig. Nun ist es allerdings nicht so, dass der Held in Fausto Paradivinos Erstling aus dem Jahr 1997 Kannibalisches im Sinn hat, wenn er gleich zu Beginn sagt, er werde die Leiche wohl mit einer Geflügelschere zerkleinern, dann eine Hälfte einfrieren...
Dieser Brick kann einem schon Leid tun. Gestern erst hat sich der Sportreporter den Knöchel gebrochen, heute muss er zum Geburtstag des Vaters antreten, zu dem die ganze Familie samt Pfarrer und Doktor geladen ist. Da stürzt, kurz vor Torte, Sekt und Ständchen, Gattin Maggie ins Gästezimmer. Weil sie sich auf einen Schokokeks gesetzt hat und das kleine Rosafarbene...
