Foto: Roswitha Hecke

Der Zerrissene

Zum Tod von Hans-Michael Rehberg

Theater heute - Logo

Als die Nachricht vom Tod Hans-Michael Rehbergs durch den Medienwald rauschte, war dort zuerst vom Verlust des Fernseh- und Serien-Stars Rehberg die Rede – er spielte ab 2003 für eine kleine Ewigkeit den Bischof in «Pfarrer Braun». Die älteren Theatergänger und Kritikern erinnerten sich kurz drauf: Rehberg – das war doch der grandiose Baumeister Solness in Peter Zadeks Ibsen-Inszenierung. Eine Sternstunde des Schauspiels, auch schon fast 35 Jahre her ...

Die Jüngeren aber fragten: Wer war Hans-Michael Rehberg?

Wenn Theaterkritik die Kunst der Vergessens braucht – da man ohne­hin nicht alles beschreiben kann und es darauf ankommt, die richtigen Punkte zu setzen, um für den Leser das pointillistische Bild einer Inszenierung erstehen zu lassen –, dann ist das Schreiben von Nachrufen die trauerfeierfreudige Suche nach der verlorenen Zeit; naturgemäß unter Auslassung all der mittleren Rollen und Produktionen, die Zeit eines langen Künstlerlebens so zusammenkommen. 

Wer war Hans-Michael Rehberg? Ein nicht untypischer, wenn auch besonders erfolgreicher deutschsprachiger Theaterschauspieler der Nachkriegszeit, der naturgemäß irgendwann auch beim Film und Fernsehen «landete». Typisch, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2018
Rubrik: Nachruf, Seite 36
von Michael Merschmeier

Weitere Beiträge
Bochum: Fegefeuer der Kuscheligkeiten

Familie ist dann besonders grausam, wenn Papa und Mama einen streng organisierten Haushalt bevorzugen und den totalitären Organisationszwang derart infam mit einer Kuschel- und Wohlfühlatmosphäre abfedern, dass die Kinder zu genussunfähigen Heuchlern heranreifen. In Bochum, wo Laura Naumann zusammen mit der Regisseurin Anna Fries und dem Ensemble ein Stück zum...

Im Schockzustand

Neben einigen Missbrauchsgeschichten aus dem Universitäts- und Verlagsbereich kamen die beiden auf­sehenerregendsten #metoo-Stories, die in den vergangenen Monaten in Ungarn publik wurden, aus dem Theaterbetrieb. Sie versetzten die Gesellschaft in einen Schockzustand. 

Man kann die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen: Etwa, wie die offiziellen,...

Stuttgart: #theytoo

In Zeiten wie diesen wäre sie eigentlich das perfekte Postergirl, diese französische Superheldin des späten Mittelalters: Jeanne d’Arc, die schwertschwingende Jungfrau von Orléans. Sie würde all den Weinsteins dieser Welt zeigen, wo die Harke hängt. Ihre Waffe wäre ein Twitteraccount. Ihr Hashtag: #MeToo oder #BalanceTonPorc. Ihre Botschaft: Zieht die Schwänze ein....