Carina Braunschmidt. Foto: Sandra Then
Basel: Rhythmische Routinen
Wieder am 28. März, 4., 19. April
Der Dichter Dante hat sich in ein Basler Theaterdepot verirrt. Dort steht er, umzingelt von einem Wald von Requisiten, und weiß nicht: auftreten oder abtreten? Vor 700 Jahren, im Originaltext des florentinischen Stadtaristokraten Durante Alighieri, hatte er es noch einfacher. Damals war ein Wald noch ein Wald, sprich: ein unheimlicher Ort, wo einen Raubtiere verfolgen und niemand sich wundert, fände sich das Tor ins Inferno hinterm nächsten Busch.
Im «Inferno» von Thom Luz im Schauspielhaus Basel bleibt nicht nur von Dantes Wald so gut wie nichts übrig.
Dasselbe Schicksal ereilt Dantes Verse. Über weite Strecken kommt der Basler Hausregisseur, dessen wunderliche, musikgesättigten Theaterwelten mittlerweile an vielen großen Häusern gefragt sind, ganz ohne Worte aus. Immerhin schleppen als Bühnenarbeiter eingekleidete Statisten anfangs zwei infernalische Raubkatzen quer durchs Schauspielhaus. Sie, die Arbeiter, werden Stück um Stück sämtliche Requisiten aus dem Raum entfernen, was den Insassen des Infernos (Carina Braunschmidt, Martin Hug, Lisa Stiegler, Simon Zagermann) keineswegs behagt. Offenkundig geht es um eine perfide Strafaktion. Darum, Erinnerungen abzuräumen, die durch ...
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Theater heute März 2017
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Stephan Reuter
Zu der Zeit, als Rousseau seine politische Theorie der Freiheit entwarf, waren die englischen, deutschen, portugiesischen, holländischen und französischen Siedler und Kolonialisten gerade dabei, die Eingeborenen Afrikas zu versklaven. Ein gutes Beispiel dafür, dass wir die Ideologie nie mit der Realität verwechseln sollten. Bücher transportieren Ideologien, und...
«Was es bald nicht mehr gibt: Dass man am Morgen nach einem wichtigen Ereignis zum Kiosk geht und zehn Zeitungen kauft», prophezeien die Schauspieler in Guy Krnetas Recherchestück «In Formation» in der Box des Zürcher Schiffbaus. Oder: «Dass alle das Gleiche gelesen haben, in der gleichen Zeitung, und alle überzeugt sind, vom Gleichen zu reden.» Kurzum: Man hat...
Also, ich weiß jetzt gar nichts mehr, am liebsten ließe ich nur Plüschtiere, also Schauspielerinnen und Schauspieler als Plüschtiere auftreten, aber nie werde ich das bekommen! Das wollte ich für mein letztes Stück haben, ich finde nicht, daß das zuviel verlangt ist. Ich will es, ich will es. Aber Sie wollen mit Sicherheit was andres, bloß werden Sie...
