Dies ist mein Text, ich kann nicht anders!

Großes Lesetheater in Klagenfurt: Die Performance des ernstzunehmenden Literaten

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Ob sich ein reiner Theaterkritiker wohl in Klagenfurt langweilen würde? Einerseits zeichnen das alljährliche Bachmann-Wettlesen, zu dem sich der deutschsprachige Literaturbetrieb im Österreichischen trifft, ja durchaus eine Menge theatraler Aspekte aus. Es gibt ein Fernsehstudio (3sat überträgt drei Tage live), das ganz zu Recht ORF-Theater heißt, weil es an eine Studiobühne erinnert. Es gibt die Diskussionen der Jury, die, wenn es gut läuft, dialogische Züge annehmen. Und es gibt eine Art Duellsituation zwischen dem Vorlesenden und den Juroren.

Ein geschickter Theaterregisseur könnte aus der ganzen Sache einiges machen.

Andererseits ist es eine innerhalb des Literaturbetriebs noch ziemlich neue und vor allem auch nicht unumstrittene Vorstellung, dass man Lesungen genau­so inszenieren könnte und vielleicht sogar inszenieren sollte wie ein kleines Theaterstück. Thomas Böhm, der junge, umtriebige Leiter des Kölner Literaturhauses, propagiert das zumindest schon mal in einem Buch. Ein bisschen Regie – was die Raumsituation und den Vortragsstil betrifft – tut jeder Lesung gut. Gleichzeitig birgt Inszenierung auch immer Gefahren. Betont ein Schriftsteller die theatralen Aspekte zu sehr, ...

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Theater heute August/September 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 88
von Dirk Knipphals

Vergriffen
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