Danke für Ihre Daten!

nach Shakespeare «Hamlet»

Theater heute - Logo

Dänemark wird ausgeleuchtet bis in den letzten Winkel. Und der Zuschauer hat trotzdem keinen Überblick: Er sitzt vor einem schwarzen Kasten mit den Gruselbuchstaben «Helsingör» drauf und sieht nur die manipulierten Kamerabilder auf Split Screens (Kamera-Konzept/Video-Art/Programming/Live-Schnitt: Daniel Hengst). Nur ab und zu stolpert mal ein Schauspieler heraus. In Dortmund entwickelt das Spiel mit Bilderentzug und Hyper-Zurschaustellung der intimsten Momente in Großaufnahme eine ganz eigene Logik: Dänemark ist ein Überwachungsstaat, jedes Bild, das hinausgeht, wird kontrolliert.

Intendant Kay Voges, der sich seit 2010 clever und mit erstaunlichem Erfolg vorgenommen hat, das Theater Dortmund zu multimedialisieren, hat Shakespeares mittelalterlichen «Hamlet» auf die Überwachungsproblematik von 2014 bezogen und stimmt zugleich eine finstere Multi­media-Kritik an. Die beginnt vielversprechend: Vor Daniel Hengsts flirrenden Videospielereien, Sinus-Kurven, Verpixelungen und Vervielfältigungen kommuniziert ein verlorener Hamlet am Mikro mit der Geisterwelt des tiefen World Wide Web. Die Ungreifbarkeit und Unendlichkeit des neuen Mediums, der stets lauernde Verlust von Raum- und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2014
Rubrik: Chronik Dortmund, Seite 53
von Dorothea Marcus

Weitere Beiträge
So gehen die Griechen

Ob Segelturn, Tennisdress oder Götterolymp: Wer etwas auf sich hält, kommt gerne in Weiß daher. Auch diese Sechsergruppe (Axel Holst, Jan Jaroszek, Ines Krug, Thomas Meczele, Stephanie Schönfeld, David Simon) trägt weißglänzende Satinanzüge und platinblonde Rockstar-Perücken sowie ein triumphal-dümmliches Grinsen. Schmatzend macht sie sich an einer großen weißen...

«Das Mitbringen von Plakaten ist erwünscht!»

Der Sekretär kam nicht. Da saßen sie nun am 13. Oktober 1989 im Intimen Theater Schwedt, um mit dem SED-Genossen Hahn und der Kreis- und Bezirksleitung über die kulturpolitische Ausrichtung des Theaters zu sprechen. Das Ensemble war da, Techniker und natürlich Intendant Klaus Tews und seine Oberspielleiterin Tatjana Rese, in gewisser Weise die Auslöser für das...

Gletscherschmelze

Lang, sehr lang war ich überzeugt gewesen, die DDR, die Wende und deren Nachwehen seien mein Thema. Dann, seit ein paar Jahren, habe ich geglaubt, ich hätte mich davon gelöst; und es ist wohl auch kein Zufall, dass ich in der Schweiz wohne, und nicht mehr in meiner Geburtsstadt Leipzig. Das ist nicht meine Geschichte, dachte ich mir. Mehr noch: Die DDR ist...