Die Zerstörung der Bilder
Liebe ist eine bestimmte Art von Angewiesensein, mein sonderbarer Herr.» Mit diesem Anfang hatte die Autorin mich, einen männlichen Leser, für sich eingenommen. Eine diskretere Liebeserklärung war kaum vorstellbar, und ich folgte, wenn auch erst im dritten Anlauf, durch ihren Sprachstrom. Meine Hoffnung, nicht jeden Strudel, nicht jede steile Kurve zum Verlassen des Textes zu nutzen, wurde erfüllt.
Aus früheren Nicht-Lektüren Jelinekscher Theatertexte waren mir ein paar Regeln erinnerlich. Die Autorin nutzt ihr Talent zum «deliranten Sprechen» professionell und obsessiv.
Ihre Sätze folgen einander wie eilige Gedanken, die den Zug der Geschichte nicht verpassen wollen. Dass sie dabei in Unordnung geraten und einander in der Reihenfolge vertauschen, ist nur natürlich. Klangliche Ähnlichkeiten stehen gleichberechtigt als Ursache von Folgesätzen neben Tippfehlern, die gleich als ungeahnte Bedeutungsmöglichkeiten vermerkt werden. Assoziationen opaker und kalauernder Natur wechseln sich ab, und sucht man einen Ansprechpartner, der gemeint sein könnte, so findet man ihn meist im vorhergehenden Satz. Die Derridadasche Nichtung spielt sich frei nach dem Muster: Ich schreibe einen ersten ...
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1. Abstieg, politisch: Freundliche Übernahme
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