Feine Unterschiede
Richtig einig sind sich die 44 Kritiker, die zu unserer diesjährigen Hitparade beigetragen haben, vor allem in einer Frage: Das Theater des Jahres ist das Maxim Gorki Theater im ersten Jahr der Intendanz von Shermin Langhoff! Eindrucksvolle 15 Kritiker ließen sich von ihrem Berliner Neustart überzeugen, 7 stimmten für den Vorjahressieger Münchner Kammerspiele unter Johan Simons, und weitere 4 stimmgewaltige Kollegen votierten fürs Stuttgarter Schauspiel, geleitet von Armin Petras, der zu Saisonbeginn vom Gorki in die Schwabenmetropole gewechselt war.
Die zweiteindeutigste Begeisterung unserer Kritiker-Crew gilt Bibiana Beglau, die mit 10 Stimmen für ihren Bardamu in Célines «Reise ans Ende der Nacht» zur Schauspielerin des Jahres gekürt wurde (Residenztheater München). Ursina Lardi (in Thomas Ostermeiers Schaubühnen-Inszenierung «Kleine Füchse») und Sandra Hüller (in verschiedenen Kammerspiel-Rollen) folgen mit je vier Anhängern. Nicht ganz so überbordend das Votum auf der Männer-Seite: Peter Kurths Stuttgarter «Onkel Wanja» vereint eine Handvoll Kritiker im Ja: der Schauspieler des Jahres! Thomas Schmauser und Thomas Wodianka müssen sich mit je drei Stimmen begnügen.
Castorfs ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 156
von
Sowohl die lebenden als auch die toten Figuren dieses Stückes sind frei erfunden.» So der Hinweis des Autors. Und doch verweist das neueste Stück von Owen McCafferty auf konkrete gesellschaftspolitische Ereignisse seiner Heimatstadt Belfast. Geschickt verknüpft der Autor in seinem Drama «Quietly», das der erfahrene Übersetzer Michael Raab mit «In aller Ruhe» ins...
Gehören Sie vielleicht auch zu jenen Zeitgenossen, die ihr Allerwelts-Ich für eine grandiose, singuläre, unverwechselbare Angelegenheit halten? Denken Sie auch, dass Sie mit Ihrer Kleinfamilie, Patchworkbeziehung oder Singledasein und den üblichen Alltagsproblemen ganz uneinholbar einmalig in der Welt stehen? Dass sich jeder für Ihre mickrige Meinung interessieren...
Der Zustand der Theater ist Ausdruck der Gesellschaft, von der sie unterhalten werden. Ästhetisch. Strukturell. Organisatorisch. Wie sollte es auch anders ein. Das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so, wie es ist. Das Personal, die ästhetischen wie politischen Programme bilden ab, wie es um die Macht- und Verteilungsverhältnisse in Deutschland, in...
