Berlin: Abbildung einer Verunsicherung
Fast jedes «man» in diesem Text könnte wahrscheinlich ein «Mann» sein. Denn auch wenn hier eine Frau schreibt, ist diese Theaterwelt immer noch eine oft sehr männliche Welt – und nicht nur die. Dessen sind sich Stefan Pucher und die Volksbühne sehr bewusst, wie schon an Ankündigung und Programmheft für die Inszenierung von Wedekinds «Lulu» zu erkennen ist. Selbstkritisch dreht sich da alles um Männer: «Ein Mann schreibt, andere Männer setzen das Drama auf Spielpläne, noch mehr Männer inszenieren ihre Fantasien.
» Einziger Unterschied zu früher: Diese Männer empfinden inzwischen ein Unbehagen dabei. #MeToo lässt grüßen.
Dass die Premiere auf den Männertag fällt, ließe sich als dementsprechend ironische Terminwahl werten. Vielleicht ist es aber auch nur Zufall. In jedem Fall will – so viel sei vorweggenommen – der Schluss der Inszenierung ganz symbolhaft die Befreiung des ewig Weiblichen und schickt die Titelfigur nicht ins Messer des Frauenmörders, sondern lässt sie zusammen mit der lesbischen Gräfin aus dem Theater und per voraufgezeichnetem Video in die Berliner Nacht fliehen. Vorher haben sie die verschiedenen Herren des Abends per Theaterpistolenknall zur Strecke gebracht.
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Theater heute August/September 2019
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Kristin Becker
Klingt entschieden endzeitlich, was sich Christoph Marthaler als Neuproduktion für die Ruhrtriennale vorgenommen hat: «Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend». Die Musik dazu «erklingt in einem imaginären Parlament, in dem Abgeordnete dokumentierte Reden aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, der Gegenwart und der nahen Zukunft halten, die katastrophale...
Ich habe jetzt drei junge, unterdrückte, handlungsunfähige Frauen in einer Spielzeit gespielt, role models sind das nicht gerade.» Cennet Rüya Voß lacht. In Düsseldorf hat der Klassiker-Kanon mit voller Wucht zugeschlagen. Mit der 27-jährigen, 1,56 Meter großen Schauspielerin hat er allerdings eine Sparringspartnerin erwischt, die weiß, wie sie Contra gibt. Wer Voß...
Aachen, das da theater
12.9. Gordon, Rain Man
R. Achim Bieler
Aachen, Grenzlandtheater
24.8. Calbérac, Die Studentin und Monsieur Henri
R. Anja Junski
29.9. Molnar, Eins, Zwei, Drei
R. Catharina Fillers
Aachen, Theater
20.9. nach Lessing, Nathan der Weise und Jelinek, Abraumhalde
R. Jan Langenheim
26.9. Naumann, demut vor deinen taten baby
R. Lisa Heinz
28.9. nach...
