Wahnsinn! Liebe! Tod!
Sex und Crime, Drugs und Philosophie: das Leben eben. Tragisch, komisch, tragikomisch. Rebekka Kricheldorfs gigantische, hemmungslos ins Absurde getriebene Gesellschafts-Saga in drei Teilen, die moderne Helden-Mythen der Comic-Literatur zu einem Netzwerk aus Abhängigkeiten, Lüsten und Süchten verwebt, beginnt mit Gotham City I – das Stück «Eine Stadt sucht ihren Helden».
Gordon Biff, der Sheriff von Gotham City, hat ein Problem: Er will gegen Verbrechen, Drogenhandel und Korruption in den Kampf ziehen, einer dieser strahlenden Helden des Guten werden, wie er sie aus seiner Lieblingslektüre, den «Batman»-Comics, kennt. Leider hat er die Rechnung ohne die menschlichen Schwächen gemacht, vor allem ohne seine eigenen. Er verstrickt sich immer tiefer in die Widersprüchlichkeiten seiner Stadt und die sich wechselseitig aushebelnden Motivationen ihrer Bürger. Er verliert sich in den Mühlen der Macht. Er handelt und handelt falsch. Er handelt nicht und begeht eine Unterlassungssünde. Und er hört, verdammt noch mal, nicht auf zu lieben, und, verdammt noch mal, nicht auf zu rauchen. Und muss schließlich erkennen: Auch ICH bin die Stadt.
Alle Personen in Gotham City definieren sich über ihre ...
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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 185
von Markus Heinzelmann
Auf einem niedrigen Tisch liegt eine Plastikpuppe der Marke «Peggy Pickit», die als Geschenk für ein afrikanisches Kind gedacht ist. Außerdem eine aus Afrika stammende, kleine, handgeschnitzte Holzpuppe, die ein Kind der westlichen Welt bekommen soll. Die beiden Mädchen, für die sie gedacht sind, werden die Puppen wahrscheinlich nie bekommen. Das afrikanische...
Es war einmal eine Epoche, die man heute als die Aufklärung bezeichnet. Die hatte, lange bevor ihre Ära endlich anbrach, literarische Wegbereiter. Das waren eben jene
Bösewichte Shakespeares, rücksichtslose Söhne und verderbte Töchter, die sich provokativ gegen Denkverbote auflehnten und so die herrschende Weltordnung nicht nur in Frage stellten, sondern kurzerhand...
Eigentlich war es ein Kamikaze-Unternehmen – und wurde das Theaterwunder des letzten Sommers: Ein vier Stunden langer Abend über die Liebe in bedrängten Umständen, die gegen alle Erwartung und Erfahrung nicht scheitert, weil beide Beteiligten, der (bald schon abgebaute) Herrenmodenverkäufer Johannes Pinneberg und die Näherin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, einfach...
