Performance: Auf eigene Gefahr
Nichts ist langweiliger als das, was man kann. Gegen derartige Ernüchterung hilft ab und an eine selbstverordnete Irritation, wie es für Schauspieler durchaus der Verzicht auf Sprache sein kann. Eine entschlossene Einzelkämpferin wie Sandra Hüller wagt sich auch schon mal in ungespurtes Terrain, begleitet nur von einer künstlerischen Komplizin, die noch einmal fünf Jahre jünger ist als sie selbst, die niederländische Regisseurin Caitlin van der Maas.
Gemeinsam und frei vom Schutz der Institution Stadttheater haben sie die Solo-Performance «Face me» produziert.
Schon der Austragungsort ist eine Art Limbus, stehengeblieben zwischen Abbruch und Aufbau und bisher noch nie öffentlich bespielt (ein Umstand, der am Tag vor der Premiere beinahe zum Scheitern des Projekts wegen unerfüllbarer Sicherheitsauflagen geführt hätte, weshalb die fünf Aufführungen kurzerhand zu Privatveranstaltungen auf eigene Gefahr umdeklariert werden mussten).
Das fensterlose, halb demontierte 70er-Jahre-Schwimmbad im Keller einer ehemaligen Textilfabrik in der Streitfeldstraße, die heute von der unabhängigen Künstlergenossenschaft «streitfeld» genutzt wird, könnte allein schon jede Menge paranoide Fantasien ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Silvia Stammen
Sie haben die Band wieder zusammengebracht: Mit dem neuen Schauspielchef Stefan Schmidtke kam auch der russische Autor und Performer Jewgeni Grischkowez nach mehrjähriger Pause zurück zu den Wiener Festwochen. In den Nullerjahren gehörte Grischkowez zu den Stammgästen und Publikumslieblingen des Festivals; mitverantwortlich für den Erfolg seiner Erzähltheatersolos...
könnte ich ihnen sagen, was es bedeutet, dann bestünde kein anlass, es zu tanzen
isadora duncan
die welt ist alles, was der unfall ist.
ludwig wittgenstein
denn die gestalt der welt zerfällt.
paulus
Personen
beate
jayne
rolf
der fernfahrer
pausen
/ ein schlag
// zwei schlag
/// drei schlag
§1 der fernfahrerprolog
fernfahrer mit...
Lieben Sie die Klassik so wie die Russen? Sie, musikalische Italiener, und Sie, ironische Briten? Du, scharfsinniger Gallier, und Du, düsterer Germane?
Die leidenschaftlich-selbstlose und hysterische Klassikerliebe ist in Russland schon längst nicht mehr nur die Hingabe an das Schöne. Es ist die Liebe zu etwas Sakrosanktem, nicht in Frage zu Stellendem, das die...
