Polens wahres Gesicht?

Polens Kultur- und Theaterszene steht vor einschneidenden Veränderungen

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Vor einigen Wochen habe ich auf Bitte der «Süddeutschen Zeitung» eine Prognose über vermutliche Veränderungen in der künftigen polnischen Kulturpolitik abgegeben. Der Artikel erschien am 3. November. Bereits am 15. November hat der neue Kulturminister Piotr Glinski ein Programm verkündet, das durch viel schärfere Maßnahmen gekennzeichnet ist, als ich mir vorzustellen imstande war.

Der Stil, mit dem der Minister sein Amt auszuüben beabsichtigt, war bereits am Beispiel seiner Bemühungen zu erkennen, mit denen er versuchte, die Premiere von Elfriede Jelineks «Der Tod und das Mädchen» im Teatr Polski in Wrocław (Breslau) zu verhindern, sowie an dem Interview, das er dazu einer Journalistin des polnischen Fernsehens TVP Info gab, den er als Propaganda-Sen­der beschimpfte und gleichzeitig drohte: «Aber das wird sich ändern!»

Die Premiere fand statt, aber der Zugang zum Theater wurde durch eine angeblich spontane Aktion der Gruppierung Krucjata Rozancowa za Ojczyzne («Rosenkranz-Kreuzzügler für das Vaterland») blockiert, die sich gegen Pornografie auf der Bühne richten sollte. Das geschah gleichzeitig mit einer Demonstration gegen muslimische Flüchtlinge, in deren Verlauf ein Freund eines ...

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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Anda Rottenberg

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