Sitzen geblieben

Goldoni «Trilogie der schönen Ferienzeit» (Schauspielhaus)

Theater heute - Logo

Drei Komödien von je drei Akten, mehrere Schauplätze (in Livorno im Haus der Bürger Filippo und Leonardo, im nahe gelegenen Landhaus in Montenero), viel Personal, noch mehr Kostüme – wie bringt man dieses Monstrum von einem Stück auf die Bühne? Spitzt man aufs Wesentliche zu, setzt man satirische Akzente und auf höllisches Tempo? Oder
geht man im Gegenteil genüsslich in die Breite, malt die Charaktere aus, widmet sich dem
eifersüchtigen Leonardo, dem opportunistischen Filippo und den anderen Bürgern, die in Goldonis «Trilogie der schönen Ferienzeit» (1758–61) den Le

bens- und vor allem Urlaubsstil der Aristokratie kopieren, vernachlässigt überdies auch die zahlreichen Diener und Verwandten nicht, die in diesem Biotop ihr Unwesen treiben?

Der Regisseur Wolfgang Engel entscheidet sich nicht, er tut von allem ein bisschen. Er klotzt, indem er die Drehbühne im «Central» von Horst Vogelgesang im Breitwandformat üppig bestücken, die Figuren von Zwinki Jeannée liebevoll und detailfreudig kostümieren lässt. Ob er aber auch erkennt, dass diese Figuren, die sich ja von der Commedia dell’Arte erst in zarten Ansätzen befreit haben, anstelle psychologischer Tiefenschürfung Profil und Tempo ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2011
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Martin Krumbholz

Weitere Beiträge
«Jammert nicht. Macht weiter.»

Am 4. April 2011 wurde Juliano Mer Khamis, 52, vor seinem Free­dom Theatre im Flüchtlingslager von Jenin von einem maskierten Täter erschossen. Der Mann sprach ihn an, Juliano ließ seine Fensterscheibe herunter und wurde mit mehreren Schüsse regelrecht hingerichtet. Auf dem Beifahrersitz befand sich sein einjähriger Sohn auf dem Schoß des Kindermädchens, das an der...

Premieren im Mai

Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
    27.    Veber, Dinner für Spinner
R. Frank Voß


Aachen, Theater
Kasse: 02 41/478 42 44
    6.    Kroesinger nach Camus, Die Pest oder
Menschen im Belagerungszustand
R. Hans-Werner Kroesinger
    12.    nach Tenna, Boys don’t cry
R. Tanja Krone
    27.    Roth, Hiob
R. Elina Finkel


Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 073 61/52...

Alles bestens

Liebe Redaktion,
ich muss leider passen. Denke seit einigen Tagen herum, aber soooo richtig fällt mir nichts ein. Zumindest habe ich immer gleich schon selbst überzeugende Gegenargumente. Elfriede Jelineks «Werk/Bau/Sturz» in Köln, ja, aber wollen wir zweimal Jelinek? Christine Dössel hat die Auswahl von München gut begründet. Philipp Löhles «supernova» in Mannheim,...