Frauen am Rand des Nichts
Zwei Szenen aus dem Leben der Schauspielerin Maja Beckmann: Wir haben uns nach einer Vorstellung im Stuttgarter Schauspiel verabredet und laufen jetzt an der Oper vorbei durch die Fußgängerunterführung hinüber in den Stadtteil Uhlandshöhe. Im Neonlicht des Tunnels liegt ein Obdachloser, eingerollt in einen Schlafsack, quer im Weg. Als wir schon fast an ihm vorbei sind, kramt Maja Beckmann in ihren Manteltaschen. Sie findet kein Kleingeld, und mit enttäuschter Miene ruft sie zurück: «Heute habe ich nichts dabei, aber morgen ...
!» Sie sagt das so laut, dass der Mann aufschreckt aus seinem Schlaf und ihr verwirrt nachblickt.
Ein paar Wochen später: Schlussapplaus in der Außenspielstätte Nord des Stuttgarter Theaters. Maja Beckmann war die Cate in Sarah Kanes «Zerbombt», sie stand zitternd vor Einsamkeit in einer berstenden Welt, verteidigte ihren letzten Funken Würde unter Schmerzen. Nun wird sie bejubelt dafür. Und während sie abgeht durch das knöchelhohe Geröll, das Minuten vorher vom Bühnenhimmel runterkrachte, stolpert sie fast über die Puppe, die ihr Kind war in dem Stück. Beckmann bückt sich und hebt dieses leblose Ding fast zärtlich auf, drückt es an sich.
Wenn man etwas über ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Akteure, Seite 24
von Bernd Noack
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Regisseur...
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