Verlust ohne Reue
Um es gleich mal vorweg zu sagen: Hier geht es nicht um Unterschichts-Tristesse und Statusverlustängste von ehemals Besserverdienenden. Oder zumindest nicht so, wie man es in letzter Zeit gewohnt ist – gepaart mit trüben Aussichten und chronischer Weltuntergangsparanoia. In Sebastian Nüblings Münchner Kammerspiel-Inszenierung von «Endstation Sehnsucht» ist man gerade dabei, es sich in der Krise so richtig gemütlich zu machen – zu Recht, schließlich könnte es für länger sein.
Als Tennessee Williams in den wirtschaftlichen Aufbruchsjahren nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Erfolg als Dramatiker begründete, gab es zwar die Absteiger aus der verlorenen Selbstherrlichkeit der Südstaatenoberschicht, aber auch jede Menge potenzielle Aufsteiger aus der Masse der mittellosen europäischen Einwanderer. Manchmal begegnete man sich, beispielsweise in einem ärmlichen Appartement im französischen Viertel von New Orleans, für einen Moment voller Ressentiments, gegenseitiger Begehrlichkeiten und einer rauen Gier. Heute geht die Rutschpartie meist one way von oben nach unten. Man richtet sich ein, wo immer man vorübergehend Halt gefunden hat, ist doch nicht damit zu rechnen, dass es so bald ...
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Fernsehen
Montag, 1.
21.15, Theaterkanal: Gero von Boehm begegnet: Christoph Schlingensief
Dienstag, 2.
17.25, Theaterkanal: faust on speed – ein Faust remix – nach Goethe, mit dem Ensemble des Koblenzer Jugendtheaters. Aufzeichnung
aus der Akademie für Darstellende Kunst,
Ludwigsburg (2009)
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: das
Theater...
Sechs auf einem Sofa. Und Sex hinter dem Sofa. Damit wären die Betriebsstrukturen in der «Cocka Hola Company» schon umrissen. Vorn, auf der Bühne, kuschelt das Kollektiv, rechts gluckst die Kaffeemaschine, links hüpft das Kind des Hauses auf den Kissen. Hinten, aus dem Off, stöhnt das Kollektiv, dort wird der nächste Pornofilm durchgehechelt. Von irgendetwas müssen...
Dea-Loher-Rezipienten lassen sich pauschal in zwei Gruppen teilen. Die einen, nennen wir sie Realisten, finden nach der Lektüre oder dem Besuch ihrer Stücke: So ist das Leben. Spätestens unterm Strich sind wir schließlich alle Enttäuschte, Traumatisierte, Gekränkte, Versehrte, vom Schicksal Betrogene und irgendwann Tote, und Dea Lohers Dramatik verleiht dieser...
