Das Gefängnis Russland
Der seit 2003 einsitzende ehemalige Oligarch Michail Chodorkowski hat es nie auf den Titel des «Spiegel» geschafft, Nadeschda Tolokonnikowa schon, im August. Unter ihrem Bild im Heft, auf dem sie die Hand zur Faust ballt, steht der schöne Satz: «Revolution kann sexy sein, wenn kirschäugig Solschenizyn im Glaskasten zitiert wird.» Nadjeschda Tolokonnikowa ist laut «Spiegel», «auch wenn das womöglich sexistisch klingt, die hübscheste der drei berühmten Gefangenen von Pussy Riot».
Ja, klingt sexistisch.
Wahrscheinlich muss man trotzdem froh sein, dass Nadjeschdas hübsches Gesicht den Blick mal wieder nach Moskau lenkte, als sie mit ihren Mitstreiterinnen in der orthodoxen Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale am 21. Februar versteckt unter Sturm-Masken ein 40 Sekunden langes Punk-Gebet hinausbrüllte, das die Mutter Gottes nicht nur aufforderte, Feministin zu werden, sondern sie auch anflehte, Putin zu verjagen. Eine Woche später wurden drei Pussy Riots verhaftet, im August fand unter größter öffentlicher Aufmerksamkeit der Prozess wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» statt. Das Urteil fiel am 17. August: zwei Jahre Straflager, keine Bewährung.
Der Prozess als Lecture Performance
Dass ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Magazin: Aktion, Seite 61
von Barbara Burckhardt
Aachen, Grenzlandtheater
28. Ibsen-Bille, Ohne Gesicht
R. Jens Pesel
Aalen, Theater der Stadt
6. Süskind, Der Kontrabass
R. Jürgen Bosse
Altenburg/Gera, TPT
12. Horváth, Kasimir und Karoline
R. Bernhard Stengele (in Gera)
18. Reza, Kunst
R. Anne Keßler (in Altenburg)
27. Tabori, Mein Kampf
R. Deborah Epstein (in Gera)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
14. Schiller, Die...
TH Andres Veiel, Sie haben Susanne Lothar in Ihrem ersten Spielfilm «Wer wenn nicht wir» als Ilse Ensslin, die Mutter von Gudrun Ensslin, besetzt. War das Ihre erste Begegnung? Wie und warum kam es zu dieser Besetzung?
Andres Veiel Vorgeschlagen hatte sie meine Casterin Simone Bär. Suse Lothar selbst war erst mal zögerlich. Sie sagte, sie schätzt meine Arbeit – sie...
Wir müssen das alles leider leider leider neu erfinden», beendet Fabian Hinrichs mit achselzuckendem Bedauern seinen Endlosmonolog. In virtuoser Langatmigkeit hatte der Schauspieler die große Schöpfungsgeschichte des zivilisatorischen Fortschritts ausgebreitet. Dabei sind die «100 wichtigsten Erfindungen der Menschheit» zu einer Nummernfolge zusammenhangloser...
