Film: Du bist, was du spielst

Die destruktive Kraft des Als-ob: Robert Schwentkes II.Weltkriegsfilm «Der Hauptmann»

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Es ist schon sehr viel schwarzes Blut geflossen im April 1945, als ungefähr zur Mitte seines Kriegsende-Films «Der Hauptmann» der Regisseur Robert Schwentke einen «Bunten Abend» stattfinden lässt. Vor grölenden Soldaten, die gerade erst 30 Gefangene – vor allem deutsche Fahnenflüchtige und Plünderer – im Emslandlager 2 erschossen haben, liefern sich Samuel Finzi und Wolfram Koch auf der ranzigen Bühne im Lager-Kasino düster antisemitische Anal- und Popel-Späßchen.

Ein Spiel ums Leben: Sie sind selbst Gefangene des Lagers, und der selbsternannte Herr über Leben und Tod in diesen letzten Tagen des II. Weltkriegs, Hauptmann Willi Herold, bittet Finzi danach an den Tisch. Was er denn ausgefressen habe, will der junge Schlächter jovial grinsend vom Schauspieler wissen. Nichts, beteuert der. Aber er solle doch mal so tun, als ob, bohrt der Hauptmann nach, was wäre er denn im Fall des Falles, ein Mörder, ein Dieb, ein Fahnenflüchtiger?

Zu diesem Zeitpunkt weiß der perfide Frager (der 24-jährige Max Hubacher, zu sehen auch im Schauspiel Leipzig in Claudia Bauers «König Ubu»-Version von Simon Stephens’) schon, was das Als-ob mit einem anstellt. Denn er, von dessen Herkunft und Vorgeschichte ...

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Theater heute März 2018
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Barbara Burckhardt

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