Treffpunkt im Museumsshop
Theater heute Wir wollen heute über Kunst und Künstler*innen reden. Wie hat sich der Begriff, der Anspruch, die Praxis in den letzten Jahren verändert – auch und gerade durch die sozialen Medien? Der gute alte romantische Kunstbegriff mit seiner Genie-Ästhetik steht ja schon lange unter Druck. Entstanden zu noch feudalen Zeiten, gefeiert in der industriellen Moderne, wirkten seine Werte und Versprechen von Freiheit, Autonomie, Eigenverantwortung, authentischem Ausdruck und Kreativität in einem Umfeld von Konvention und Anpassung als gegenkulturelle Kräfte.
In neoliberalen Zeiten sind diese einstigen Künstlerqualitäten längst durchschnittliche Anforderungsprofile für Arbeitnehmer geworden und haben ihre dissidente Kraft eingebüßt. Das spätmoderne Mitglied der Dienstleistungsgesellschaft ist gezwungen, seine Kreativität unter hoher sozialer Risikobereitschaft und Mobilität einzusetzen und sich dabei möglichst authentisch zu verhalten. Deshalb würden wir mit Ihnen gerne auf zeitgenössische Künstlerbilder blicken und diskutieren, wie sehr sie sich verändert haben und ob oder wie sie noch eine gegenkulturelle Qualität entwickeln. Bleibt vom romantischen Kunstbegriff unter neoliberalen ...
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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Künstler Positionen, Seite 36
von Eva Behrendt und Franz Wille
Torsten König war das Licht in all meinen Inszenierungen an der Volksbühne. Er ist in Warnemünde mit dem Fahrrad verunglückt, am helllichten Tage, niemand hat es gesehen und konnte bezeugen, was geschehen ist. So wie ich ihn bei der Arbeit gar nicht bemerkt habe. Er hat parallel zu unseren Proben geleuchtet. Es war so selbstverständlich und erstmal unauffällig....
Wer nichts über die Sozialstruktur der Ameisen weiß, hält möglicherweise auch die Dramatiker*innen des Absurden Theaters für unpolitisch. Über solch einen gedanklichen Konnex könnte vielleicht auch Miroslava Svolikova spekulieren. Sie beschäftigt sich mit Ameisen und ist eine Autorin, der wahrlich nicht vorzuwerfen ist, dass sie die Verbindungen zwischen der...
Mit den Worten «hallo? / hört uns jemand?» eröffnet der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer sein neues Theaterstück, eine hochmusikalische, rhythmisch stark geformte Sprachpartitur. Die Frage, die sich als ein Angebot an das Publikum verstehen lässt, in einen Dialog zu treten, ist eine rhetorische, denn die Verlorenen werden kein Gehör finden. Bereits im...
