Gefangene der eigenen Geschichte
Wen schert das schon ich kann das nicht mehr hören dieses Geraunze satzloses Murmeln Syntax dahin ADE!» Es dauert nicht lange, da beschwert sich Agata schon über den Text, den die Autorin Eleonore Khuen-Belasi für sie und ihre Mitstreiterinnen geschrieben hat.
Agata, Aurelia und Teresa sind, tja, Figuren wäre schon übertrieben, vielleicht drei Gewächse Marke Golden Girls, die in ihrer Stadt Wurzeln geschlagen haben, oder ein restauratives Beckettsches Clownstrio auf Plastikstühlen, das besorgt Risse und Öffnungen im Asphalt unter sich bemerkt und mit der eigenen klebrigen Spucke zu reparieren versucht. Auch «Asphalt» spricht, ist also womöglich eine «Metapher» für die Straße, sprich das nicht-privilegierte Volk, doch während Aurelia, Agata und Teresa auf dem Papier ohne Punkt und Komma meckern, argumentieren und fachsimpeln, macht Asphalt sich dank Satzzeichen ordentlich verständlich.
Die Welt ist aus den Fugen, sinngemäß: Das ist der Ausgangspunkt von Eleonore Khuen-Belasis «ruhig Blut», dem man – Stichwort Schreibweise – Einflüsse der Wiener Avantgarde ebenso anmerkt wie das Philosophiestudium, das die 1993 in Bozen geborene Autorin derzeit noch an der Universität Wien ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 27
von Eva Behrendt
Öffnen Sie keine Türen (könnte gefährlich sein)! Sprechen Sie keine Leute in blassgrünen Kitteln an (alle in ihre Arbeit vertieft)! Verhalten Sie sich leise (das Haus ist immer auf Sendung)! Das sind so die Benimmregeln, die der Theatermacher Thom Luz für den szenischen Rundgang namens «Radio Requiem» im stillgelegten Sendestudio auf dem Basler Hausberg, dem...
Zuletzt schieden sich noch einmal die Geister, und dem scheidenden Intendanten widerfuhr die unverhoffte Ehre, von einem erregten Junggroßkritiker einer westdeutschen Tageszeitung abgekanzelt zu werden wie ein Schuldirektor, der seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Der Grund: Martin Kušej hatte für die letzte Inszenierung seiner achtjährigen Intendanz am Münchner...
Falk Schreiber Herr Schwandt, Mitte Juni kündigten Sie an, 2020 als geschäftsführender Direktor in Lübeck zurückzutreten. Was ist da passiert?
Christian Schwandt Ich habe gekündigt, weil das Theater Lübeck heute ein schlecht finanziertes B-Theater ist. Bisher war das gute zweite Liga, weil wir immer noch genug Geld zur Verfügung hatten, um immer wieder...
