Bamberg: Nobody is perfect
Am Ende singen alle «Fuck all the perfect people», und man weiß nicht so recht, ob man da vielleicht selber gemeint ist oder doch nur das Theater, das sich bemüht, einen klassischen Text halbwegs vernünftig und verständig über die Rampe zu bringen. Einigermaßen perfekt halt und mit mitdenkenden Leuten, die in ihren Rollen noch Charaktere sehen, denen das Erzählen am Herzen liegt.
Fuck them all!
Sebastian Schug nahm sich im Bamberger ETA-Hoffmann-Theater Shakespeares «Hamlet» vor, schnurrte sich eine eigene Kurz- und Kreuz- und Quer-Fassung für zwei Stunden zusammen und zerhackte den Text in sinnfreie Fragmente; Leuchtschrift blinkt («Live Show»); Bildschirme flimmern, Mikrofone baumeln von der Decke.
Was sah er dann? Einen flippigen Aussteiger, (Paul Maximilian Pira) der zwar nicht so recht mitbekommt, was um ihn her geschieht (treibt es nun die Mutter in der Plexiglas-Box – in der auch sonst viel Unverständliches geschieht – mit dem Mörder oder nicht?), dem auch Ophelia eher Banane ist (und einen Teil seines Monologs klaut sie ihm auch noch), der mit seinen Kumpels auf dem Sofa turnt und immer dann seinen blutverschmierten Mund in die Live-Kamera reckt, wenn gerade auf der ...
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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Bernd Noack
Aalen, Theater der Stadt
9. Projekt, Verführung ist die wahre Gewalt
R. Tina Brüggemann, Jonathan Giele und Petra Jenni (Schloss Fachsenfeld)
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
6. nach Kobell, Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben
R. Susi Weber
Halberstadt/Quedlinburg, Städtebundtheater
6. von Düffel, Döner zweier Herren
R. Arnim Beutel
Hamburg, Altonaer Theater
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Wie verhält es sich eigentlich mit der Quote bei den Puppen? Nein, hier wird nicht gefragt, ob die Parität gewahrt bleibt und endlich im selben Verhältnis männliche (also der Kasper zum Beispiel) und weibliche (etwa die Gretel) künstliche Wesen auf den Bühnen der Figurentheater vorkommen. Viel interessanter ist, wie sehr schon die digitale Welt in diesem doch immer...
Shakespeare, meint Johan Simons, sei wie ein Wald mit Hügeln, Bäumen, Teichen und Moorseen: «Man rutscht leicht aus, der Boden ist glitschig.» Mal sehen, wohin der Waldspaziergang «Hamlet» mit Sandra Hüller führt
Cennet Rüya Voss musste schon einige patriarchale Rollenmuster aus dem Repertoire kontern – ein Porträt
Wenn die Pointen immer dichter hageln auf die...
