Wo der Zug durchfährt
Zurücktreten bitte, eine Zugdurchfahrt» – mehrmals in der Stunde werden die vielen Züge angekündigt, die durchs brandenburgische Wittenberge fahren. Sie halten nur selten an. Die Stadt erscheint auf den ersten Blick als geeignetes Labor, sich dem Leben im Umbruch zu nähern, denn hier zog mit der Wende die nachindustrielle Ära jäh ein. Auf einen Schlag waren zahllose Menschen ohne Arbeit. Ein Drittel verließ die Stadt.
Was ein solcher, in seinen Auswirkungen bis heute anhaltender Einschnitt für die sozialen Beziehungen bedeutet, untersuchen seit 2007 ein Verbund von wissenschaftlichen Instituten und das Maxim Gorki Theater Berlin am Beispiel Wittenberge. Auf einer zweitägigen Konferenz Anfang Oktober zogen die Forscher und Theatermacher eine Zwischenbilanz.
Soziologie im Mitropa-Saal
Bezeichnenderweise wurde im alten Mitropa-Saal des Wittenberger Bahnhof getagt, einer jener Durchgangsstationen, von denen das moderne Leben geprägt ist. «Nicht-Ort» nannte der Anthropologe Marc Augé einmal solche Transiträume von bloß funktionaler Natur. Im Rücken liegen die Bahntrassen als Verbindungen zur Außenwelt, dem Auge zeigt sich durchs Fenster von der Stadt nicht viel mehr als ein öder ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
6. Ensemble-Projekt, «Robin Hood», R. Martin Philipp
20. Gintersdorfer/Klaßen, «Très, très fort» (U), R. Monika Gintersdorfer
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/522 600
26. Lange, «Drachentod und Käsebrot», R. Jakob Strack
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 03447/585 161
Kasse Gera: 0365/7736343
13. ...
Mal angenommen, die Personnage erklärte sich mit dem Komödienfinale à la Eugène Labiche nicht einverstanden. Der Galan der Ehefrau würde selbige also nicht wieder hergeben, der düpierte Ehemann wäre nicht so blöd, sich hinters Licht führen zu lassen, das Pferd des Privatiers Fadinard fräße auch den nächsten Florentinerhut oder der taube Onkel Vézinet bestünde...
Ein Meisterregisseur, der charismatisch und zugleich originell ist wie Jürgen Gosch, wird über seinen Tod hinaus Schule machen und für die künftige Theaterpraxis eine Reihe brauchbarer Blaupausen hinterlassen; das ist nicht weiter erstaunlich. Für ihren Kölner «König Lear» hat Karin Beier sich nicht nur der Mitwirkung seines Bühnenbildners Johannes Schütz...
