Im Körper des Fremden

Der Karlsruher Schauspieler Sebastian Kreutz

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Mit wenig mehr als 170 Zentimetern hätte er ja eher die Statur für einen Sancho Pansa. Aber er spielt immer wieder die Don Quijotes. Vorangetriebene, die auf den Wellen eines unbeirrbarren Wollens surfen wollen und dann doch nur von ihnen mitgerissen werden. Die entweder das ganze Stück über vergeblich auf ein Ziel zurennen – wie sein Shylock, der so gern wie all die anderen wäre; wie sein Vinzenz, der als Möchtegernritter von traurig kleiner Gestalt keine Chance bei der Geierwally hat. Oder die nur zum Erfolg gelangen um dort zu merken, dass ihr Glück nicht im Ziel wartet.

Sondern sie nur am Anfang ihres Aufstiegs gestreift hat. So wie Henry Bolingbroke, der Thronräuber in Shakespeares Königsdrama «Richard II.», den Sebastian Kreutz derzeit in der Rosenkriege-Trilogie am Badischen Staatstheater Karlsruhe gibt. 

Ungefähr in der Mitte der Aufführung überrumpelt Henry, zu Unrecht verbannt und eben heimlich nach England zurückgekehrt, die königstreuen Vasallen Bushy und Greene und verurteilt sie in wenigen Sätzen. Provozierend lässig räkelt er sich auf dem Podest, grüßt die gefangengesetzten Gegner mit leutseliger Willkommensstimme, trägt ihnen seine Vorwürfe im Plauderton vor, redet ...

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Theater heute Mai 2006
Rubrik: Porträt, Seite 24
von Andreas Jüttner

Vergriffen
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