Eine Grenze verschwindet

Es waren einmal 870 Kilometer innerdeutscher Grenzzaun, dazu 167,8 km Berliner Mauer um die drei ehemaligen Westsektoren: eine gestaffelte Unüber­windlichkeit aus 10 Metern «Kontrollstreifen», einem 500 Meter tiefen «Schutzstreifen» sowie, wo es ging, einer 5 km weiten «Sperrzone». Verbaut waren auf 440 km Selbstschussanlagen, auf 230 km Minenfelder, auf 602 km Kfz-Sperrgräben, dazu 434 Beobachtungstürme. All das ist 20 Jahre nach dem Mauerfall weitgehend demontiert oder zum Museum verewigt, in den Städten wird gebaut, den Rest holt sich die Natur zurück. Arno Declair hat sich im Sommer auf sein Motorrad gesetzt und sich dort umgesehen, wo für den Westen eine «Zonengrenze» war und für den Osten die «Staatsgrenze der DDR».

Theater heute - Logo

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: 1989 – Glückliche Tage, Seite 48
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Und es siegte noch: Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief ist nicht Erster geworden, aber gewonnen hat er auf der ganzen Linie. Kaum ein Künstler hat dieses Jahr im Theater für so viel Diskussionsstoff gesorgt wie der Regisseur, der seine Krebserkrankung und die damit verbundenen Zweifel, Ängste und Hoffnungen offensiv künstlerisch und in der Öffentlichkeit thematisiert hat. Und keiner wurde in so...

Die Spieler des Jahres

Birgit Minichmayr hat die Kritikerinnen und Kritiker in dieser Saison klar überwältigt: Die mit großer Stimmenmehrheit gewählte Schauspielerin des Jahres dürfte es gewohnt sein, dass Männer vor ihr in Andacht verfallen. Eine Auswahl.

 

Kathleen Morgeneyer kannte Tschechows «Die Möwe» nicht, bevor sie die Nina in Jürgen Goschs Inszenierung spielte. Jetzt kennt man...

Herr K. und Herr K.

Die höchst produktive Schizophrenie des Andreas Kriegenburg ist jetzt schon neun Jahre alt. Sie brach im Jahr 2000 aus. Da sollte er am Wiener Burgtheater «Dantons Tod» inszenieren, kombiniert mit Heiner Müllers «Auftrag», ein Revolutions-Spektakel, und war sich plötzlich vollkommen sicher, wie die Bühne dazu auszusehen hatte: Drei Wände, die nach einem Vorspiel...