Stadtplan Seele
Eine befreundete Schauspielerin, die gegenüber von Schimmelpfennigs Berliner Wohnung lebte und einen steten Einblick in sein Familienleben hatte, fuhr im Winter niemals mit der Straßenbahnlinie auf der Greifswalder Straße. Es wäre zwar der kürzere Weg, meinte sie, aber sie bereue sonst zu sehr, nach Berlin gezogen zu sein. Sie fuhr lieber einen Umweg über die Prenzlauer Allee, die mitten durch den renovierten Prenzlauer Berg führt, und lief dann einige Querstraßen zu ihrer und des Autors Heimatstraße.
Die Greifswalder Straße ist eine vierspurige Ausfallstraße in den Nordosten von Berlin. Die Überquerung der vier Fahrbahnen, der Straßenbahngleise und der überbreiten Bürgersteige ist wie ein Grenzübertritt von der westlichen Seite, die an den Prenzlauer Berg stößt, zur östlichen Seite, wo erste zarte Ableger des Kapitalismus für Farbe an den Häusern und Entmietung von Altbewohnern sorgen. Auf Schimmelpfennigs «Greifswalder Straße» wohnen ungefähr 50 Figuren, die wir 24 Stunden von Mitternacht bis Mitternacht in 63 Szenen erleben.
In einem kleinen, geheimnisvollen Dialog Roland Schimmelpfennigs von 1998/99 mit dem Titel «Mulholland Drive» fragt eine unbekannte schöne Muse den Autor: ...
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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 161
von Bernd Stegemann
Belbels frühes Stück aus dem Jahre 1989 «In Gesellschaft von Abgrund» theatralisiert die Spanne zwischen dem Anfang und dem Ende eines Satzes als Abgrund zwischen zwei Menschen. Sein vorerst letztes Stück, «Wildfremde», uraufgeführt im September 2004 in Barcelona, schickt Vertreter zweier Generationen auf eine Zeitreise: Übergangslos beamt der Autor als...
Tim Staffel schreibt Richard neu.» Das ist eine seltsam klingende Notiz. Die ersten Reaktionen darauf waren freundliches Unverständnis und eine klärende Nachfrage, ob es sich nicht doch nur um eine weitere Neu-Übersetzung handelte. «Nein», antworteten wir wahrheitsgemäß, «ein neues Stück. Endlich ein ganz neuer Richard.»
Wie schon in seinen früheren Stücken...
Theater heute Wir wollen heute Nachmittag über die Ost-West-Unterscheidung reden, eine Unterscheidung, von der Sie, Armin Petras, meinen, dass sie obsolet sei. So haben Sie das jedenfalls mal in einem Interview gesagt. Diese Unterscheidung sei 15 Jahre nach der Wende erledigt. Sehen Sie das wirklich so?
Armin Petras Ja, ich denke schon.
TH Wer ist sonst noch...
