Gemeint sein

... und sein dürfen, was man will – eine Laudatio auf Shermin Langhoff, Jens Hillje und das Gorki Theater anlässlich der Theaterpreis-Verleihung der Stiftung Preußische Seehandlung

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In der Kurzgeschichte «Vibrationshintergrund» von Selim Özdogan beschreibt der Autor seine Begeisterung für die Wortneuschöpfungen, die dadurch zustande kommen, dass Kinder sich verhören. Er selber verstand als kleiner Junge statt «Zivilcourage» «Zivilgarage» und stellte sich darum eine Garage voller Polizisten in Zivil vor. Nun kommt in seiner Kurzgeschichte seine kleine Tochter zu ihm und sagt: «Papa, die Lehrerin in der Schule hat gesagt, ich habe einen Vibrationshintergrund.

Was ist das?»

Die gesamte Kurzgeschichte über erklärt Özdogan der Tochter, dass Vibratoren etwas sind, was den Leuten Spaß macht. Sie sind ihnen aber auch peinlich, darum verstecken sie sie ganz weit hinten in der Schublade und holen sie dann heraus, wenn sie ihren Spaß haben wollen. Weiter in der Geschichte vergleicht Özdogan Migrant*innen mit Vibratoren und findet, dass seine Tochter den Punkt genau getroffen hat: Wir machen Spaß, wir sind ein bisschen peinlich, wir werden ausgepackt, wenn man uns braucht und – wir vibrieren.

 

Mit Shermin an der Bar

 

Als ich die Anfrage bekam, diese Laudatio zu halten, war ich gerade in Selimiye an der Ägäis-Küste. Das ganze Dorf schien bewohnt von kommunistischen ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Theater des Jahres, Seite 124
von Sasha Marianna Salzmann

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