Das Team aus der ersten Reihe

Basel hat das Theater des Jahres – und sollte sich besser dazu bekennen. Intendant Andreas Beck hat die Bittstellerrolle satt: «Dass Theater kostet, ist doch eine Selbstverständlichkeit.»

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Im Winter 2014 lud die Basler Kulturbehörde zur Vorstellung des designierten Intendanten ins Kunstmuseum Basel. Es war ein halb­öffentlicher Anlass, gemünzt auf die leidenschaftlichsten Theatergänger und stadtbekannten Influencer. Es gab eigentlich auch gar kein Geheimnis mehr zu lüften, ein gewisser Andreas Beck aus Wien sollte das größte Dreispartenhaus der Schweiz übernehmen, soviel war bekannt. Wien kannte jeder im Saal. Den Namen Beck die wenigsten. Dass er ein ziemlich kleines Schauspielhaus mit einem ziemlich exzellenten Ruf leitet, hatte sich in Basel aber herumgesprochen.

Jedenfalls war der Andrang überwältigend. Offensichtlich wollte tout Bâle den Mann sehen, der die bis zum Überdruss beklagte Krise im Basler Schauspiel vergessen machen sollte. Tout Bâle, so nennt man in Basel vornehm all jene, die in der Stadt Rang und Namen und Kunstsinn haben.

Jemand muss damals versäumt haben, Andreas Beck zu warnen, dass die Leute mindestens eine Bergpredigt von ihm erwarten würden. Beck dachte eher an einen lockeren Talk. Es gab aber keinen Talkmaster. Nur das Mikrofon, ihn und ein paar hundert selbst ernannte Findungskommissionsmitglieder, die den Neuen an seinen Versprechungen ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Theater des Jahres, Seite 135
von Stephan Reuter

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