Neues von der Peripherie
Ein Thema, das sich zwar keiner großen Beliebtheit, aber großer Bekanntheit erfreut: das Sterben. Die jüngere Generation hält es für eine lästige Begleiterscheinung des Lebens. Die mittlere Generation betrachtet es schockiert aus der Distanz, die ältere argwöhnisch aus der Nähe. Im Theater sitzen sie nebeneinander und schauen auf Biljana Srbljanovics neues Stück.
Stücke über das alltägliche Sterben, nicht über das Resultat, den Tod, sondern über den ruhmlosen Prozess des Auf-ihn-Zutreibens, über das gewöhnliche, völlig unexemplarische Jedermanns-Sterben, sind selten.
Biljana Srbljanovic hat es mit der ihr eigenen selbstsicheren Selbstentblößung gewagt, in einer Rede im Wiener Burgtheater im letzten Jahr das Sterben ihres Vaters zum Anlass von Reflexionen über ihr Land, Serbien, und sich selbst zu nehmen. Und sie hat es nun gewagt, diese hochpolitische, zutiefst private Rede als Ausgangspunkt für ein Theaterstück zu nehmen. Der Auftrag kam vom Schauspielhaus Bochum.
Die Vater-Tochter-Beziehung ist der Kern des Stückes. Solche Beziehungen können auch über räumliche Distanz hinweg sehr eng sein. Das kennen wir. Biljana Srbljanovic zeigt uns eine balkanische Steigerung. «Ich hatte, ...
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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Ausland, Seite 14
von Gerhard Preußer
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