Andine Pfrepper, Gunnar Blume, Franziska Sörensen, Gerhard Hermann und Michael Haake; Foto: Jochen Quast/Theater Regensburg

Regensburg: Keine echte Leiche

Magnus Vattrodt «Ein großer Aufbruch» (U)

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Sterbehilfe heiter gemacht. Magnus Vattrodt sinniert in seinem Stück «Ein großer Aufbruch» nicht lange und schon gar nicht tief darüber nach, ob das freiwillig bestimmte Ausscheiden aus dem Leben ein heikles Thema ist; er nimmt’s gleich von der eher komischen Seite. Denn gestorben wird in dem boulevardesken und problemausweichenden Werk dann zur großen Erleichterung aller und um moralisch korrekt zu bleiben eben doch nicht, wenngleich Holm, ein Ingenieur im Ruhestand am idyllischen See, alle seine Lieben zunächst mit solch einem Vorhaben vor den Kopf gestoßen hat.

Holm hat Krebs und nur noch wenig Aussicht auf ein schmerzfreies Altern. Sein Entschluss, in Würde abzutreten und in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, steht für den an sich lebenslustigen und nonkonformistischen Mann fest, und so lässt er seine Töchter, seine geschiedene Frau und Freunde zum fi­nalen Abendmahl vor der letalen Tat antreten. Seelenruhig und irgendwie sterbefroh teilt er ihnen seinen baldigen Abschied mit – und prallt gegen eine Mauer des Unverständnisses. Aber anstatt sich ernsthaft über solch einen Schritt auszutauschen, sich mit dem ethischen Für und Wider zu beschäftigen, beginnen alle, ihre ...

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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 67
von Bernd Noack

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