Im Wirtschaftswunderland
Man kann Flüchtlingsgeschichten auch so erzählen. Nachdem ein Neugeborenes in einem Schnellrestaurant gefunden wurde, mutmaßen die Angestellten, wie das Baby dahin gekommen sein könnte. Wurde es von einer der Frauen zurückgelassen, die derzeit so massenhaft aus dem Osten nach Deutschland einwandern? Von einer Romni etwa? Wohl eher nicht. Die lieben ihre Kinder ja und kaufen lieber Babies dazu, als dass sie eines aussetzen würden! Es ist wie immer: Je kümmerlicher die Faktenlage, desto üppiger die Klischees.
Und wurde nicht auch tatsächlich eine Romni im Schnellrestaurant gesehen? Blanca, so ihr Name, könnte die Mutter des Findlings sein. Je mehr wir aber von ihr erfahren, desto offensichtlicher ist: Sie hat das Baby nicht ausgesetzt.
Da ist eine unterwegs, die von ihrer bulgarischen Familie als Vorhut ins westliche Wirtschaftswunderland geschickt wurde und sich dort nun einen Platz erkämpfen will. Auf ihrer Tour durch Deutschland lernt sie einen geldgierigen Zimmervermieter kennen, eine Prostituierte weiß, wie sich leichter Geld verdienen ließe, und schließlich zieht Blanca auch noch bei einer hochschwangeren Jammerdeutschen ein, die noch nie was zum Bruttoinlandsprodukt ...
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Theater heute November 2015
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Jürgen Berger
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«The Trip» von Anis Hamdoun ist eine ergreifende...
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