Verschwenderische Qualitätsarbeit
Herrlich frech, dieser Einstieg. Tritt ein Komiker an die Rampe, faltet seine schlecht abgepuderte Visage zum Berufslächeln auseinander, zieht die unterste Schublade und schwelgt in Frauen- und Türkenwitzen der übelsten Sorte. Der Komiker heißt Thomas Mehlhorn, er spielt Daniel, die Hauptfigur in Michel Houellebecqs Roman «Die Möglichkeit einer Insel».
Und er zwingt Freiburgs sittsame Bildungsbürger gleich in der Eröffnungspremiere der neuen Intendantin Barbara Mundel in eine Situation, in der sie wohl am liebsten den Abo-Sitz hochklappen würden: Als säße das Publikum auf einem Luxusdampfer fest und bekäme die erbarmungslos sexistischen Pointen eines Alleinunterhalters zum Dinner gereicht. «Das Gute am Beruf des Humoristen ist, dass man sich ungestraft wie eine Drecksau benehmen kann», lästert Daniel – und die schwarze Paillettenweste unterm Smoking blitzt hämisch dazu.
Gegen Houellebecqs übersättigten Science-Fiction-Schinken lässt sich einiges einwenden. Gegen die schlanke, exakt durchchoreografierte Bühnenfassung rein gar nichts. Viola Hasselberg (Dramaturgie) und Jarg Pataki (Regie) haben den Stoff schlichtweg besser im Griff als der Autor.
Wenn Mehlhorns Riesengesicht an der ...
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