Neue Stücke

Die interessantesten Uraufführungen im März 2011, ausgewählt von der «Theater heute»-Redaktion

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Die kollektive Revolution geht nicht mehr, meint Nis-Momme Stockmann, die individuelle heißt bei ihm: Psychose. Der ist Stockmann in Heidelberg mit einem Team aus experimentellen Musikern auf der Spur zu «Expedition und Psychiatrie». Die Expedition von Bruno Bregazzi und seinem Freund Clos treibt dem Meer entgegen: «Stromabwärts» zieht es die Beckett-Nachfolger in Benedikt Haubrichs neuem Stück in Luzern (R. Sara Barosco).

Das Ende der Kommunikation in Marianna Salzmanns Familie mit Migrationshintergrund liegt nicht in mangelnden Deutschkenntnissen, sondern im Aufeinanderprallen von Alltags- und Internetsprache, die die Generationen trennt. «Satt» zeigt Stefanie Bauerochse am Bayerischen Staatsschauspiel. In Osnabrück führt Nina Mattenklotz Juliane Kanns einsame Alte ins «Café Haertel», das höchst real klingt im Vergleich zu den virtuellen Orten, an denen das Wiener Burgtheater die letzten Dinge verhandelt: In Jan Lauwers «Kunst der Unterhaltung» beschließt ein alternder Schauspieler, seinem Leben in einer Reality Show im Fernsehen ein Ende zu setzen, und «Das blinde Geschehen» des Botho Strauß, das Burgherr Matthias
Hartmann betrachtet, spielt sich im Cyberspace ab. «Was du auch ...

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Theater heute März 2011
Rubrik: Service, Seite 55
von

Weitere Beiträge
«Das ist kein Theater. Das ist viel besser!»

Wenn diese Zeilen erscheinen, sind sie hoffentlich schon veraltet. Wenn alles gutgeht, ist Mubarak dann abgetreten und meine ägyptischen Freun­de sind wieder im Probenraum oder bereiten sich auf das nächste Gastspiel von «Radio Muezzin» – vor. Wenn alles falsch läuft, sitzen sie im Gefängnis oder sind tot, wie einige ihrer Freunde, und «Radio Muezzin» ist wieder...

Kratzen bis zum Schluss

Das Los des Analytikers ist es zuzuhören. Tag für Tag, Stunde um Stunde, nicht selten die immer gleichen Geschichten. Da kann einem schon mal der Kragen platzen und ein Monolog aus einem herausbrechen wie nach langen Schweigejahren in der Klosterzelle. So denkt man bei der Lektüre von Oliver Bukowskis Psychotherapeuten-Monolog «Der Heiler». Wobei: Was aus Professor...

Helden am Ende

Die Sau mampft. Warum auch nicht? Wenn ein Berliner Volksbühnenintendant schon mal Bauerntheater macht, dann gehört grunznatürlich ein richtiges Schwein auf die Zürcher Schauspielhausbühne. Die Hebamme trägt ja auch einen richtigen Oberlippenbart, und hätte sie nicht diesen schrecklichen Gouvernantenhut umgebunden, man würde sie glatt für den Schauspieler Marc...