Witz des Schicksals
Seit Elias Perrig die Basler Schauspielsparte leitet, tendieren seine eigenen Inszenierungen zur asketischen Ästhetik. Mit Dennis Kellys «Nach dem Ende» ist er auf einer leeren Bühne angekommen. Die Szene besteht aus Boden und Brandmauer, sonst nichts. Für ein Kammerspiel in einem Privatbunker, nach einem angeblichen atomaren Anschlag, durchaus plausibel. Für Reduktion und Hermetik interessiert sich Perrig in ähnlichem Maß wie für die Texte von Kelly.
Gegen das ausgeklügelte Kindsmorddrama «Taking Care of Baby», das ebenfalls in Basel läuft, wirkt «Nach dem Ende» jedoch nur wie eine Fingerübung. Der vier Jahre alte Plot folgt der Konvention eines postapokalyptischen Psychothrillers. Mark (Bastian Semm) schleppt die bewusstlose Louise auf die Bühne. Kaltes Licht strahlt auf, ein fieser Ton bohrt sich durchs Trommelfell.
Die Bedrohung – draußen geht sie von einer radioaktiven Wolke aus. Behauptet Mark. Drinnen von ihm selbst. Der Retter entpuppt sich als irrer Kontrollfreak – und als liebeshungriger Wolf. Noch funkelt unter Claudia Jahns Mantel Louises Lebenslust; noch trägt sie dazu eine spöttische Miene spazieren. Bleich ist sie allerdings auch, eingesperrt mit diesem merkwürdigen ...
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