Love me tender
Ertappt! Ein wenig langweilig war es schon geworden bei «III nach neun», der Talkshow aus Bremen an diesem späten Freitagabend. Judith Rosmair war zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Veranstaltung, in der es um sie gehen sollte, nicht um eine Figur, hinter der man sich verstecken (oder mit der man an die Rampe rennen) kann.
Sie hatte ewig warten müssen, im glitzernden kleinen Schwarzen nur ab und zu großäugig und dunkel lachend in die Kamera charmiert, während die blonde FDP-Frau gegen den Mütter-Mythos wetterte, ein durchgeknallter Parapsychologe und Spukforscher nicht zu Potte kam, eine lettische Orgelspielerin Sexyness und Kirchenmusik zusammenbrachte, der Fliegenträger von der SPD den Zwei-Klassenstaat anprangerte. Dann ist sie endlich dran, «die Frau für starke Auftritte, Liebling des Hamburger Publikums», wie Moderator Giovanni di Lorenzo hingerissen anmerkt, um dann teilnahmsvoll anzufragen, ob das wohl den Neid der Kollegen wecke? Nein, sagt sie, eine Rampensau macht den anderen Mut. Mut, ein Fest zu feiern, wenn man spielt. Sie spricht vom Geschenk der Selbstvergessenheit in der Musik, von der Jugendliebe zu einem französischen Pantomimen und von der zu Peter Brook und ...
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Magst du für das Jahrbuch darüber schreiben, warum das Thalia Theater so toll ist?» Ein Super-Auftrag, den mir Franz Wille so en passant am Telefon mit auf den Weg gibt. Und ich bin auch noch so blöd, zuzusagen! Aber er wird Recht haben, mir wird ungeheuer vieles einfallen, schließlich bin ich wirklich gerne an diesem Theater. Was also könnte ich schreiben, ohne...
Nachdem sie mit zwölf Jahren zum ersten Mal im Theater war, teilte sie den Eltern ihren Entschluss mit, Schauspielerin zu werden. Von da an hat Constanze Becker ihr Ziel mit aller Kraft und Entschiedenheit verfolgt. Die Unerbittlichkeit, die sie dabei an den Tag legte, ist aufs Eindrucksvollste in Andres Veiels Film «Die Spielwütigen» (2005) dokumentiert. Constanze...
Ich träumte, dass mir ein Mann mit einer Brille erschien und zu mir sagte: ‹Nicht im Möglichen schweben, sondern das Wirkliche tapfer ergreifen! In der Tat liegt die Freiheit.›» Aus dieser geträumten Forderung entfaltet Justine del Corte in ihrem «Alptraum vom Glück» ein Panoptikum von Geschichten und Geschichtensplittern, die sich ineinander verweben und sich ab...
